Big Eyes Hot

Nico Steckelberg   13. September 2015  
Big Eyes

Film-Tipp

Genre
Studio/Verlag
Erscheinungsjahr
Format
Anzahl Medien
1
FSK-Freigabe
FSK 6
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Rückentext

San Francisco in den 60er Jahren: Margaret (Amy Adams), geschieden und alleinerziehend, lernt bei einer Kunstausstellung Walter Keane (Christoph Waltz) kennen und lieben. Mit dem charmanten, eloquenten Mann erhofft sie sich endlich das schöne Leben, von dem sie bislang nur geträumt hat. Überzeugt vom künstlerischen Talent seiner Frau versucht Walter ihre Bilder zu Geld zu machen. Nur leider will keine Galerie die Gemälde von Kindern mit großen, traurigen Augen ausstellen. Kurzerhand verkauft Walter die Bilder selbst und gibt sich als Urheber der „Big Eyes“ aus. Schon bald macht der brillante Geschäftsmann mit dem Verkauf von Postkarten, Postern und Drucken Millionen – zu tausenden finden die „Big Eyes“ ihren Weg in die Wohnzimmer Amerikas. Unter der führenden Hand von Walter hütet auch Margaret das Geheimnis, wer die Bilder erschaffen hat. Doch bald kann sie nicht länger mit der Lüge leben…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Darsteller 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung/Extras 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,6

Es ist so eine Sache mit dem Lügen. Vor allem, wenn es einem Tür und Tor öffnet. Als Walter Keane sich als der Künstler hinter den Bildern ausgibt, die tatsächlich von seiner Frau gemalt werden, scheint anfänglich alles noch ein Spiel zu sein: Er macht deutlich mehr Umsatz, schließlich ist er derjenige mit den Geschäftsideen und auch der, der die potenziellen Kunden um den Verstand reden kann. Die Bilder der Straßenkinder mit den übergroßen Augen finden nach und nach immer reißenderen Absatz. Dumm nur, dass Keane jetzt nicht mehr von dem Zug abspringen kann. Wirklich dumm? Offenbar gefällt ihm der Rummel um seine Person. Ganz zum Leidwesen seiner Frau, die im Geheimen weitermalen muss und die ihr Lebenswerk zerbrechen sieht. Doch am Ende soll noch mehr zerbrechen, denn Walters Ego ist größer als die Augen der Straßenkinder auf ihren Bildern.

Tim Burton gelingt mit „Big Eyes“ ein leiser Film, der vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern lebt. Amy Adams spielt Margaret Keane hinreißend schön! Sie zeichnet mit ihrem Spiel sehr fein den Charakter einer emotionalen Frau nach, die zu viel Herzblut in ihre Arbeit, ihr Leben, ihre Beziehung steckt, als dass sie bemerkt, welche unlauteren Motive der Mann verfolgt, der sie doch auf Händen tragen soll. Es gibt bei Walter Keane offenbar immer ein Motiv hinter dem Motiv, trotz eines steten, charmanten Lächelns. Wer könnte einen solchen Protagonisten besser darstellen als Christoph Waltz. So gibt es auch in „Big Eyes“ wieder diesen Augenblick des schwarzen Zaubers, in dem Waltz‘ Figur den wahren Charakter freilegt und zum menschlichen Alptraum mutiert.

Die Idee hinter „Big Eyes“ ist keine Fiktion, sondern – so skurril es auch scheint – eine True Story. Aber ein paar kleine, typische Burton-Szenen gibt es, wenn Margaret beispielsweise alle Menschen um sich herum mit riesigen Augen sieht. Spooky! Und sowas von Burton! Der Soundtrack von Danny Elfmann weiß ebenso zu gefallen und schmiegt sich wunderbar an die Bilder an.

Guter, besonderer Film.

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