Siebengestirn. Band 1: Die Gelbe Zone

Siebengestirn. Band 1: Die Gelbe Zone Hot

Nico Steckelberg   17. Oktober 2011  
Siebengestirn. Band 1: Die Gelbe Zone

Rückentext

Ein Siebtel des Planeten gilt als verseucht. Niemand wagt es, einen Fuß in die berüchtigte Anteden-Wüste zu setzen, zumal die totalitäre Regierung den Zugang strengstens verboten hat.
Als ein aus dem Zuchthaus geflüchteter Sträfling in eben jener Zone Schutz sucht, entdeckt er dort eine bizarre Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der der Tod an jeder Ecke lauert.

André Houot entwirft ein sagenhaftes SF-Szenario, das den Vergleich mit klassischen Serien wie »Cyann«, »Im Schatten des Neumonds« oder »Samba Bugatti« nicht zu scheuen braucht.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Zeichnungen 
 
8,0
Kolorierung 
 
6,0
Gesamtwertung 
 
7,5

Der erste Band der Comic-Serie „Siebengestirn“ mit dem Titel „Die Gelbe Zone“ löst bei mir so manchen Erinnerungsflash aus, ohne dass ich zunächst genau weiß, woran ich mich erinnert fühle. Es ist wohl die Mischung, mit der Autor und Zeichner André Houot an sein Werk herangeht.

Beginnen wir mit der Story: Sie erinnert mich an die ersten grafischen Adventure-Spiele. Der Held agiert in einer für uns fremden endzeitlich-futuristischen Welt und schlittert – noch bevor wir uns charakterlich mit ihm befassen konnten – in einen Strudel der Ereignisse. Bei dem Versuch, einem Straßenhändler gegen einen übermächtigen Polizeitrupp zu helfen, wird er inhaftiert. Doch ihm gelingt die Flucht über die Kanalisation. Und so landet er in der „verseuchten“ gelben Zone. Hier wird er von einer Karawane aufgenommen und trägt fortan den Namen Chronover. Eine Aufgabe folgt der nächsten, und eine ist tödlicher als die andere.

Die Zeichnungen sind sehr filigran und detailreich gestaltet. Auf jedem Bild gibt es sehr viele Einzelheiten zu entdecken. So ist Houots Comic eigentlich viel zu schade zum „schnell mal eben Durchlesen“. Die richtige Mischung aus abenteuerlichen Landschaften und mittelalterlich anmutenden Zukunftsstädten, gefährlichen Situationen, fremdartigen technischen Gimmicks und Waffen sowie hier und da ein Hauch von unterschwelliger Erotik ziehen sich wie ein roter Faden durch „Die gelbe Zone“. Interessant ist auch der Verlauf der Sprechblasen, deren Hinweisstriche sich manches Mal überlappen oder virtuose Haken schlagen.

Die Colorierung von Jocelyne Charrance orientiert sich am Wesentlichen. Die Farben sind nicht zu kräftig, ja wirken manchmal gar etwas blass. Es gibt wenige Elemente die farblich herausgehoben werden, wie beispielsweise die grünen augenartigen Auswüchse des insektoiden Flugschiffs, das auch auf dem Cover dargestellt ist.

Was mich an „Siebengestirn“ reizt, ist Houots Zukunftsvision. Die Story an sich ist nicht herausragend neu. Aber die Mischung aus nostalgisch wirkender und fremdartiger Technik à la Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, unbekannter Fauna, trostloser Landstriche und dem Funken Abenteuer, der bereits die Geschichten von Lawrence von Arabien oder Mad Max inspirierte.

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