Euer Hass hat kein Gesicht - Mein Leben im Schatten des Cyber-Mobbing

Euer Hass hat kein Gesicht - Mein Leben im Schatten des Cyber-Mobbing Hot

Michael Brinkschulte   04. Oktober 2015  
Euer Hass hat kein Gesicht - Mein Leben im Schatten des Cyber-Mobbing

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
160
Verlag
Erscheinungsjahr
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Rückentext

„Du bist dumm. Du bist fett. Du bist hässlich.“ Jessica ist zwölf Jahre alt, als die Beschimpfungen anfangen. Nur weil Jessica sich schützend vor ein anderes Mädchen gestellt hatte, ist sie jahrelang den Anfeindungen ihrer Mitschüler ausgesetzt. Viele Schüler machen mit, sowohl im Internet als auch tagtäglich in der Schule. Jessica schämt sich, glaubt die Lügen irgendwann selbst. Erst als Jessica die Schule wechselt, haben die Demütigungen ein Ende – und für Jessica beginnt ein neues Leben.

In einer außergewöhnlichen Reihe erzählen junge Menschen ihr Leben, ungefiltert, authentisch und direkt. Schicksale, die berühren und nachdenklich machen. Geschichten, die man so noch nie gelesen hat.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,3

Die Geschichte von Jessica steht für viele andere Fälle von Mobbing. Aus einer einfachen Situation heraus beginnt für sie ein Alptraum, der ihr Leben verändert und die sie sogar in Selbstmordgedanken treibt, um dem Druck zu entgehen.
Die Herausgeberin Kerstin Dombrowski bringt mit ihrem vierten Buch der Reihe ‚Mein Leben‘ ein sehr intensives Werk heraus. Die Ereignisse aus dem Leben von Jessica, deren Name für die Veröffentlichung geändert wurde, werden im Buch durch Kommentare und Sachinformationen unterschiedlicher Experten von Rechtsanwalt bis zum Vorsitzenden des ‚Bündnis gegen Cyber-Mobbing‘ sowie Auszügen aus Jessicas Tagebuch und Beobachtungen von Jessicas Mutter ergänzt.

Die Problematik des Cyber-Mobbing bzw. des Mobbing in der Schule wird in aller Dramatik deutlich und zeigt auf, dass gerade das Internet mit seinen unterschiedlichen Plattformen ein Tummelplatz für Mobber darstellt. Die bedrückende Situation des Mobbingopfers, das im Laufe der Zeit selbst an sich zu zweifeln beginnt, wird hier aus der Sicht einer Betroffenen sehr eindrucksvoll dokumentiert. Für den Leser zeigt sich unter anderem auch, dass die Täter in der direkten Konfrontation noch Grenzen einhalten, da die direkten Reaktionen der Opfer zum Teil noch bremsen. Im Internet, in dem die Reaktionen nicht beobachtet werden können, aber auch die Täter vermeintlich anonym sind, steigert sich die Hetze ungebremst.

Ein eindrucksvolles Buch, das sich auch als Schullektüre anbietet, um die Thematik aufzugreifen. Der Verlag erarbeitet dazu gerade passendes Begleitmaterial.

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