Eisfuchs Hot

Nico Steckelberg   15. März 2020  
Eisfuchs

Buch-Tipp

Autor(en)
Anzahl Seiten
200
Verlag
Erscheinungsjahr
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Rückentext

Der Winter ist vorbei und damit die Zeit, die die Kinder im Haus verbringen müssen, weil es draußen bitterkalt ist, hoch im Norden Kanadas, am Rande des Eismeers. Im Frühling haben die Kinder das Städtchen in der Hand, streunen auf der Suche nach Abenteuern durch die Straßen und durch die Tundra. Nach so wilden Abenteuern, dass sie dabei sogar das Leben riskieren. Die Erwachsenen sind mit eigenen Problemen beschäftigt und können keinen Halt bieten. Im Gegenteil. Tanya Tagaq erzählt in diesem atemberaubenden Debüt von der Kindheit und Jugend eines Mädchens in der Arktis: von einer übermächtigen Natur, von den allgegenwärtigen Füchsen, den majestätischen Polarbären und den Mythen der Inuit. Unter den furchterregenden und verzaubernden Polarlichtern verschwimmen für das Mädchen die Grenzen zwischen Mensch und Natur, Zeit und Raum, und sie begibt sich auf eine verstörend sinnliche Selbstsuche, um die Wunden zu heilen, an denen in einer sich auflösenden Gemeinschaft alle tragen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
6,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
7,3

Als Kind in der frostigen Welt der Arktis aufzuwachsen, ist zweifelsohne eine außergewöhnliche Lebenserfahrung. Tanya Tagaq erzählt in ihrem Romandebüt „Eisfuchs“ darüber, wie die Menschen in der naturgewaltigen Umgebung der Arktis leben und wie sich das Erwachsenwerden in einem für die mitteleuropäische Vorstellungskraft schwer vorstellbaren Setting gestalten kann. Dabei kann die Autorin vieles aus dem eigenen Erfahrungsschatz beitragen.

Das Buch ist wunderschön aufgemacht. Ein stilisierter Eisfuchs ziert den Umschlag, Schwarz und Weiß dominieren das Artwork, ebenso wie die vielen Zeichnungen, die die Kapitel hier und da auflockern. Einzig die Schnittverzierung der Seiten ist in Rot gehalten, was einen außergewöhnlichen Kontrast zur Eiswelt des Polarmeers darstellt.

Ein großer Kontrast ist sicherlich auch das inhaltliche variieren der Autorin zwischen Realität und Mythenwelt der Inuit. Der Schreibstil ist nicht sehr flüssig zu lesen. Das Buch erfordert einige Aufmerksamkeit. Eine „straighte“ Handlung ist nicht immer festzustellen, oft ist der Leser verwirrt über das, was da gerade passiert – oder auch nicht. Beinahe schon psychedelisch.
Wer sich davor nicht scheut, findet in „Eisfuchs“ eine besondere Reise in eine Welt und aus einer Perspektive, die vielen Lesern bis dato nicht bekannt war.
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