Ein Gefühl von Hoffnung

Ein Gefühl von Hoffnung Hot

Christine Rubel   01. Oktober 2020  
Ein Gefühl von Hoffnung

Buch-Tipp

Autor(en)
Genre
Anzahl Seiten
445
Verlag
Erscheinungsjahr
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Rückentext

Die Ruhrpott-Saga geht weiter
Im Ruhrgebiet des Jahres 1959 rauchen noch überall die Schlote, aber die Kohlekrise hat bereits eingesetzt, und unruhige Zeiten werfen ihre Schatten voraus. Die junge Buchhändlerin Inge wohnt noch immer in Oma Mines Siedlungshäuschen, ebenso wie ihre 17-jährige Schwester Bärbel, die mit ihrem rebellischem Verhalten häufig für Ärger sorgt. Schon lange steht fest, das Inge in diesem Jahr endlich ihren Jugendfreund heiraten und eigene Wege gehen wird. Ein wohlgeordnetes Leben liegt vor ihr. Doch dann bahnen sich Konflikte an, die den Zusammenhalt in der Familie auf eine harte Probe stellen...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Der Ruhrpott, heute noch als Industriedenkmal zu besichtigen, wird im zweiten Teil der Familiengeschichte von Eva Völler wieder lebendig. Wie lebte es sich, zwischen harter Arbeit Untertage und der Angst, bald von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden? Der Kampf der Gewerkschaften und das Leben in einem der Siedlungshäuschen mit großem Garten, um die Familie zu ernähren. Neue Chancen für Frauen, die immer mehr in Berufe drängen, trotz Kindererziehung und der noch verbreiteten Ansicht, sie gehörten hinter den Kochtopf. In Essen lebt Inge mit ihrer Familie, Oma Mine, die den Haushalt schmeißt, Schwester Bärbel, die sich mit ihrem losen Mundwerk den Zorn der Lehrer zuzieht, Bruder Jakob, der mit seinen sieben Jahren viel zu intelligent ist, Vater Karl, kriegsversehrt und Cousin Johannes, der als Gewerkschaftssekretär gegen die Schließung der Zechen einen schier aussichtslosen Kampf führt. Sie alle zeichnet Mut und Entschlossenheit aus, sich gegen alles, das die Familie bedroht, zu wehren. Eine Geschichte des Aufbruchs in eine neue Welt, gegen Konventionen und veraltete Ansichten.
Mir hat es gut gefallen und Erinnerungen an abendliche Abstiche geweckt, damals, als wir von Verwandtschaftsbesuchen spät aus dem Ruhrpott kamen. Es ist schön, etwas über die jüngere Vergangenheit zu lesen, über die Menschen, die sich ihren Lebensunterhalt hart erarbeiten mussten und damit den Grundstock zu unseren heutigen Wohlstand gelegt haben. Ich würde mich freuen, wenn es weiter ginge und hoffe auf einen dritten Teil.
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