Der Reporter

Christine Rubel   19. Dezember 2020  
Der Reporter

Buch-Tipp

Genre
Anzahl Seiten
320
Erscheinungsjahr
Bei Amazon kaufen

Rückentext

 »Es ist ein Beruf wie jeder andere auch. Die meisten Leute glauben, er ist sehr abenteuerlich, aber meistens ist er nur ein bisschen widerwärtig, und Sternstunden sind selten.« 

Es hätte nicht viel gefehlt, und Paul Poggemann wäre endgültig unter die Räder gekommen. Er hat alles verloren. Seine Frau, seinen Beruf, den Glauben an sein Talent. Im Keller eines Mietshauses verkriecht er sich und zieht Resümee. Er weiß, dass er nur weiterleben kann, wenn es ihm gelingt, seine schrecklichen Erinnerungen zu verarbeiten. Und so macht er das, was er kann: Er haut die Gedanken an die irrsinnigen Tage seiner Reporter-Tätigkeit in die Schreibmaschine. 

Erinnerungen an ein Leben voller Hetze, voller Brutalität und voller Alkohol. Ein Leben, in denen er über Flugzeugabstürze, bestochene Regierungsräte und besudelte Kinderleichen berichtete, bei dem kein Weg zu weit und kein Spiel zu schmutzig war, um an Informationen zu kommen. Ein Leben auf Abruf, ohne Ruhepause, eins, das man nur im Suff halbwegs ertragen kann. 

Jacques Berndorf schrieb diesen Roman 1971 unter seinem wirklichen Namen Michael Preute, mit dem er damals selbst große Karriere als Illustrierten-Reporter machte. Mit nur 35 Jahren weiß er schon ganz genau, worüber er schreibt. Kein Abgrund dieses Berufs ist ihm fremd. 

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,0

Eine alte Geschichte - und doch hochaktuell. Jacques Berndorf ist ein Begriff für alle, die Regionalkrimis lieben. Nun ist "Der Reporter" eine frühe Geschichte von ihm, kein Krimi, auch wenn der Schreibstil schon sehr daran erinnert. Es hat etwas mit seinem alten Leben zu tun, einem Reporterdasein, das mehr Blut und Gewalt zu sehen bekommt, als der normale Bürger. 
Paul Poggemann, der Protagonist, ist glücklich verheiratet. Aber mit einem Flugzeugabsturz stürzt auch sein Leben ab. Seine Ehe kriselt und damit geht es immer weiter bergab. Nun ist er ganz unten, und irgendwie muss er sein Leben wieder in den Griff bekommen. Und das geht nur, wenn er sich erinnert....

Ein Buch, das brutal und alkoholgeschwängert ist. In dem ein Mann versucht, mit dem Grauen, dem er tagtäglich zu tun hat, fertig zu werden. In einer Welt, in der nur Katastrophen einen Marktwert haben. Wo Mitgefühl und Menschlichkeit unter die Räder kommen, die Sensationslust und das Geld gewinnt. Wer das liest, wird die Nachrichten der Zeitungen und im Internet mit anderen Augen sehen.

© 2002 - 2021 Der Hörspiegel - Lesen, was hörenswert ist. --- IMPRESSUM --- DATENSCHUTZ