The Dance of Death/Der Tanz mit dem Tod - Ein Basler Totentanz

The Dance of Death/Der Tanz mit dem Tod - Ein Basler Totentanz Hot

Michael Brinkschulte   08. Juli 2014  
The Dance of Death/Der Tanz mit dem Tod - Ein Basler Totentanz

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
92
Erscheinungsjahr

Rückentext

In 1440 Death came multifariousily with disease, war, torture, the sword, the noose, the axe, poison, burning, starvation. Nothing that much changes but now we have the gas-oven, the motorcar, concentration camps, the plane crash, the electric chair, the long range drone and the atom bomb.

Hobbes said life was nasty, brutisch and short. Life has got longer – maybe not such a good idea because the extra years add only quantity not quality – and evolution closely planned time into ist agenda – maybe three score years and ten is just about right – and for many anyway life is still nasty and bruish. There are seven billion of us. Why insist on longevity? Let´s dance away to Death. We could go accompanied by drums and fiddles. Few get such an accomplishment on Life.


Im 15. Jahrhundert kam der Tod auf viele Arten: mit Krankheiten, Krieg, Folter, dem Schwert, dem Strick, der Axt, Gift, mit Verbrennen und Verhungern. Nicht wirklich anders ist es heute. Nur haben wir auch noch den Gasherd, das Automobil, Konzentrationslager, den Flugzeugabsturz, den elektrischen Stuhl, die Atombombe und die Kampfdrohne.

Thomas Hobbes nannte das Leben armselig, scheusslich, brutal und kurz. Länger ist das Leben geworden – vielleicht keine so gute Idee, denn die Bonusjahre bringen Quantität, nicht Qualität (und die Evolution hat ihre Zeit knapp geplant), vielleicht sind siebzig Jahre und, wenn es hoch kommt, achtzig schon ungefähr richtig. Für viele ist das Leben immer noch scheusslich und brutal. Es gibt sieben Milliarden von uns – warum auf Langlebigkeit setzen? Tanzen wir doch hinter dem Tod her! Wir könnten, begleitet von Trommeln und Fiedeln, dahinziehen. Im Leben haben wenige solch eine Begleitung.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,3

Das vorliegende Buch stellt ein Begleitwerk zum Basler Totentanz 31. Oktober – 30.November 2013 dar, bei dem Peter Greenaway den Basler Totentanz, der um 1430 an die Friedhofsmauer gemalt wurde als Filminstallation neu aufgelegt hat.

Das zweisprachig kommentierte Buch bietet neben erläuternden Texten vielfache Bilder rund um den Totentanz. Dabei kommen zusätzlich alte Meister wie Tizian ebenso ins Blickfeld des Betrachters, wie im weiteren Verlauf die an Fotokollagen angelehnten Darstellungen zum Basler Totentanz selbst, bei dem unterschiedliche Charaktere ins Licht und Bild gesetzt werden.

Die Darstellungen kontrastieren, stellen alte Darstellungen gespielten und fotografierten Szenen gegenüber, und provozieren zugleich.

Im Zuge der Betrachtung wird der Mensch zum Nachdenken über den Tod an sich angeregt, hat die heutige Gesellschaft diesen doch eher an den Rand gedrängt, wird alles dafür getan Leben zu verlängern, doch die Auseinandersetzung mit dem Tod als der logischen Folge auf das Leben mehr und mehr ausgeblendet.

Der vorliegende Bildband kritisiert, klärt auf, regt zum Nachdenken an. Eine etwas andere Auseinandersetzung mit dem Tod zwischen Mittelalter und Moderne.

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