Monster Hot

Alina Jensch   24. Dezember 2013  
Monster

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
29. November 2013
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
7,0

Wenige Monate nach ihrer vielversprechenden Single „Incomplete“ und zwei Jahre nach ihrem letzten Album melden sich girugamesh mit ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum zurück.
„Monster“ heißt die neue Scheibe, die sich über 50 Minuten 57 und 14 Songs erstreckt, und wird ihrem Namen irgendwie gerecht. Die Jungs aus Chiba präsentieren sich aggressiver und lauter als zuvor und gönnen dem Hörer auf dem ersten Drittel des Albums keine Atempause. Die Songs überzeugen mit einem vollen, fetten Sound, eingängigen Refrains und spannenden Keyboardmelodien. Relativ nahtlos schließen die Stücke aneinander an, sind mal tanzbarer („Incomplete“), mal brachialer („Voltage“, „Zantetsuken“), mal elektronischer („Resolution“) und mal düsterer mit diversen Growleinlagen („antlion pit“), aber stets laut, temporeich und hemmungslos.

Und dann, tja und dann kommt „BAD END DREAM“, ein Song, der es zwischen obligatorischem Gitarregeschreddel und diversen Shouts mit den Pop-Parts übertreibt. Gut, massentaugliche Melodien sind für girugamesh kein Neuland, aber hier überrascht der extreme Kontrast doch ein wenig und in den folgenden Songs setzt sich dies weiter fort und nimmt damit der aggressiven Dynamik der ersten Songs ein wenig den Wind aus den Segeln.
Bis zum Ende lässt sich eine subtile Tempoabnahme erkennen. Mit dem recht fröhlichen „Another Way“ werden etwas zartere Töne angeschlagen und das verhältnismäßig simple „ALONE“ sorgt mit akustischen Gitarren und Mitklatsch-Parts für recht viel Entspannung. Immerhin hat Sänger Satoshis Stimme in diesen beiden Songs mehr Gelegenheit zu scheinen, da sie nicht mit blast beats und endlosen Rifflawinen konkurrieren muss.

Die letzten beiden Songs sind die B-Seiten der letzten Single und exklusiv auf der europäischen Version als Bonus enthalten. Dementsprechend fügen sie sich nicht ganz so optimal in die Albumsstruktur ein; „Limit Break“ bricht mit den ruhigeren Tönen und fährt wieder solide Gitarrenwände auf, bevor die gelungene Rockballade „takt“ den Schlussstrich zieht.

Insgesamt ein gutes Album mit einigen wirklich starken Songs – so unverwechselbar und packend wie manch früheres Werk von girugamesh ist es jedoch nicht.

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