Manifesto of an Alchemist

Manifesto of an Alchemist Hot

Markus Skroch   22. November 2018  
Manifesto of an Alchemist

Musik

Veröffentlichungs- Datum
23. November 2018
Format
  • CD
  • Download
  • Vinyl
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Ich war sehr überrascht so kurz nach dem THE SEA WITHIN Album, welches ja am 21. Juni 2018 veröffentlicht wurde, die Ankündigung zu lesen dass Roine Stolt noch in diesem Jahr ein neues Album veröffentlicht.

Roine, der schon seit über 40 Jahren im Progressive Rock Bereich Alben veröffentlicht, ist scheinbar immer noch voller Ideen.

Ich muss sagen, dass das THE SEA WITHIN Album zwar nicht schlecht ist, aber mich doch eher enttäuscht hat. Vielleicht waren darauf einfach zu viele Ideen von den Mitmusikern, ich weiß es nicht.

Jedenfalls war ich sehr gespannt wie „Manifesto of an Alchemist“ ausfallen wird, denn man hört im Vorfeld dass Roine hier die Zügel wieder fast alleine in der Hand hält. 

Nicht nur vom Titel her erinnert das Album stark an das 1994er Werk „The Flower King“, dem THE FLOWER KINGS Vorgängeralbum, das noch unter dem Namen ROINE STOLT veröffentlicht wurde. Manche der Riffs stammen sogar noch aus der Zeit vor 1994, so wie auch ein paar seiner Mitstreiter. Mit Hasse Froberg (Gesang) und seinem Bruder Michael Stolt (Bass) sind auf diesem Album auch Leute dabei, die schon in den Anfangstagen der Flower Kings mit dabei waren.

Hasse und Michael singen/spielen aber nicht auf allen Songs. Jonas Reingold (The Flower Kings, Karmakanic) sowie Roine selber übernehmen je nach Song auch den Bass und Roine ist auch der Hauptsänger auf dem Album.

Des weiteren im Line-up sind Star Trommler Marco Minnemann, die beiden Keyboarder Max Lorentz und Zach Kamins. Außerdem Rob Townsend am Saxophone und Nad Sylvan (Gesang).

Das Album startet mit dem spannenden Intro „Rainsong“ und geht dann gleich in „Lost America“ über, welches mich auf Anhieb begeistern konnte. Das komplette Album braucht aber mehrere Durchläufe, um sich wirklich zu entfalten. Es scheint die genau richtige Mischung aus themengesteuertem Symphonic Prog, Melodie und Melancholie zu sein, die es braucht, um direkt über die Ohren in die DNA einzudringen.
Roines ausdrucksstarkes Gitarrenspiel fasziniert immer noch und ist wie eine Erweiterung seiner Gesangsstimme. 

Genau so großartig wie „Lost America“ ist auch „Ze Pawns“. „What a sweet reuion“, genau das habe ich mir auch gedacht, denn die ersten vier THE FLOWER KINGS Alben sind rückschauend betrachtet doch wirklich die Goldstücke aus der Bandbiographie. Jetzt noch einmal die Möglichkeit zu haben diese Art von Musik serviert zu bekommen weckt nostalgische Gefühle und macht mich verdammt gücklich!

Auch „High Road“ klingt an allen Ecken und Enden wie das was wir an Roine Stolt lieben. Es ist als ob man gleichzeitig Dur und Moll hat, gleichzeitig Freude und Trauer. Denn man braucht beides zur Vollkommenheit. Dramatische Wendungen, gehaltvolle, erzählerische Instrumentalparts und spielerische Klasse. Ja, man hat das Gefühl dass es hier um etwas geht.

Es folgt mit „Rio Grande“ ein furioses Instrumental, auf denen die Musiker ihr Können noch etwas stärker zeigen können als auf den vorherigen Tracks. 
Danach wird es mit „Next to a Hurricane“ etwas lockerer, mit Akustik Gitarren und sanfter Melodik.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Album eigentlich perfekt.

Dann folgt mit „The Alchemist“ ein weiteres Instrumental, das sich leider etwas in zu viel Improvisieren verliert.
Zum Glück geht es bei dem mit Ukulele eingeleitetem Lied „Baby Angels“ und dem darauf folgenden „Six Thirty Wake-up“ wieder bergauf.
„The Spell of Money“ ist dann schon der letzte Track auf dem Album, der mit seinem gesellschaftskritischen Text rund um das Thema Geld und Macht auch Erinnerungen an ältere Lieder weckt, die in diese Richtung gingen. 

Das Album hat mir eins gezeigt. Roine Stolt kann es immer noch. Außerdem ist es manchmal vielleicht besser beim Komponieren nicht allzu viele Köche an Bord zu haben, die den Brei verderben könnten.

Roine Stolt’s THE FLOWER KINGS Revisited ist derzeit auf Südamerika Tour und in den nächsten Tagen und Wochen werden die Mannen zusammen mit SPOCK'S BEARD auch in Europa unterwegs sein:

30. November – Cosmopolite, Oslo, Norway

01. Dezember – Kulturhuset Studion, Stockholm, Sweden

02. Dezember – KB, Malmo, Sweden

04. Dezember – Zeche, Bochum, Germany

05. Dezember – Z7, Pratteln, Switzerland

06. Dezember – La Machine, Paris, France

07. Dezember – De Boerderij, Zoetermeer, Netherlands

08. Dezember – Hedon, Zwolle, Netherlands

09. Dezember – Islington Assembly Hall, London, UK

10. Dezember – Academy Club, Manchester, UK

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