Oldschool

Oldschool Hot

Nico Steckelberg   28. Februar 2015  
Oldschool

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Ja ja ja, „99 Luftballons“ und so. Mit diesem Erbe muss man erst einmal umgehen können. Alle erinnern sich an deine Jugendzeiten, deine Hits aus den 80ern, an deine Achselbehaarung und die gute alte Zeit im Allgemeinen. Könnte den einen oder anderen Star nerven, aber Nena geht straight forward auf diejenigen zu, die sie dazu verdammen, ein Phänomen der 80er zu bleiben. Das neue Nena-Album „Oldschool“ ist vieles, nur nicht Oldschool-Style. Es gibt ihn, den Link in die Vergangenheit, insbesondere in Nenas Texten. „Lieder von Früher“ schlagen in die Kerbe der Toten Hosen oder Revolverheld, die auf das „vergangene Gemeinschaftsgefühl“ anstimmen. Kein verkehrter Ansatz, aber bei Nena geht das noch ein wenig tiefer. Auch die Kritiker, die ihr eine gewisse „Berufsjugendlichkeit“ unterwerfen, bekommen eine klare Antwort. Sätze wie „Mein erstes Album ist seit 34 Jahren draußen, es ist so alt, man kann‘s nicht einmal mehr im Laden kaufen“ reihen sich ein in einen hyper-modernen minimalistischen Sound. Dann wieder gibt es klassische Nena-Balladen, die emotional komponiert und getextet sind (z. B. „Genau jetzt“).

Die Produktion ist enorm frisch. Zwischen leichten Dance- und HipHop-Beats und eingängigen Pop-Hymnen finden sich immer mal wieder auch andere Genreausblicke. Sehr „quer“ und mit einem gewissen NDW-Touch kommt der minimalistische Song „Mach doch was ich will“, gefolgt von dem Punk-Rock-Ausflug „Berufsjugendlich“.

Man kann sich nie sicher sein, was als nächstes kommt. Und selbst, wenn man mit dem einen oder anderen Genre-Ausflug hier und da nicht so gut klarkommt, ist gerade die bunte Mischung, die Nena und ihr Produzentenkollege Sammy Deluxe hier präsentieren, das i-Tüpfelchen, welches das Album spannend und hörenswert macht.

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