Delta Machine

Delta Machine Hot

Nico Steckelberg   20. März 2013  
Delta Machine

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
22. März 2013
Format
Download
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
7,0

12 Studioalben, und jedes Mal sich selbst neu erfinden? Das ist Depeche Mode oft gelungen, und doch haben sie nie ihren eigenen Soundcharakter verloren. Für „Delta Machine“, das am Freitag erscheinende 13. Album, hat sich Songwriter Martin Gore das Ziel gesetzt, „dass die Songs sehr modern klingen“.

Um es vorweg zu nehmen: Dieses Ziel gelingt ihm nur zum Teil. Ja, Gore verwendet beim Songwriting interessante elektronische Samples, Instrumente und Percussion. Ich meine ab und zu einen Hauch von Goldfrapp meets Daft Punk herauszuhören. Aber das allein macht kein modernes Album aus. Im Grunde trifft sein zweiter Wunsch vielmehr exakt den Kern von „Delta Machine“: „Ich möchte, dass sich die Menschen beim Hören gut fühlen und eine Art Frieden finden.“ Zwar haben wir es erneut mit einem voll-molligen Machwerk zu tun, und dennoch kommt dieses typische-Zuhause-Gefühl auf, das man als Fan beim Hören neuer Depeche-Mode-Musik hat. Es ist wie früher, nur mit neuen Melodien, neuen Sounds, neuen Text. Aber alles ist wohlig heimelig, wie zum Beispiel das „Personal Jesus“-Flashback bei „Soothe my Soul“ oder „Goodbye“.

Auffällig ist, dass Depeche Mode ihre „dreckige Seite“ wieder etwas reduziert haben, die sie auf den letzten Alben stärker ausgeprägt hatten. Zwar lässt Dave Gahan auch auf „Delta Machine“ gesanglich stellenweise die Rocksau raushängen. Doch die stark verzerrten Gitarren sind oft gegenüber den angezerrten analogen Wellenformen in den Hintergrund getreten. Analog, minimalistisch, retro, all diese Eigenschaften treffen auf die Instrumentierung zu.

Was also ist „Delta Machine“? Es ist die musikalische Umsetzung des Bond-Zitats „Everybody needs a hobby. – So what’s yours? – Resurrection.“ „Delta Machine“ ist die 13. Inkarnation einer Band, die mit jedem Leben einen neuen, eigenen Sound zu schaffen vermag und es doch schafft, stets wie Depeche Mode zu klingen. Das wirkt auf manche Hörer vielleicht langweilig. Für andere wiederum ist es ein Ausdruck für Beständigkeit.

Anspieltipps: „Secret to the End“, „Heaven”, “My Little Universe”

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