Unguru Hot

Nico Steckelberg   18. Januar 2013  
Unguru

Musik

Interpret/Band
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Ich könnte jetzt auf Anhieb ein Dutzend Gründe nennen, warum mich das Musikgenre des Hiphop persönlich nicht so wirklich „kitzelt“.

Alles passé, hier liegt gerade eine Hiphop-Scheibe in meinem Player, und alles ist anders. Ich muss unter Zwang zum Takt nicken, wenn der aus Wien stammende Mono Brother alias Unguru auf Österreichisch rappt. Zum vollständigen Verständnis fehlen mir zwar die Untertitel, aber die Musik übt einen enormen Reiz auf mich aus. Was zweifelsfrei an der kreativen Mischung aus typischen Hiphop-Beats und Loops liegt, die mittels organischer Samples und genrefremder Song-Flicken zu einem spannenden Patchwork-Sound verschmelzen.

Schon das Intro ist so genial authentisch auf 60er-Jahre-Schlager getrimmt, dass man direkt erkennt, was für musikalische Experten hier an Bord sind. Es werden Beat-Oldies gesampelt, Liedermacher-Stücke nachgeahmt, die dann wiederum mit groovigen Rhythmen aufgemotzt werden und zu 1a-Rapstücken transformieren. Vor allem die Melodien bleiben hängen, die Sounds sind oft organisch, es rauscht gern mal à la TripHop oder klingt jazzig-cool.

„Kinder, versteckt’s Euch vorm Onkel, sonst gibt’s a Wagenladung voll mit schädlichen Tipps!“ Das Album „Unguru“ ist jedenfalls kein schädlicher Tipp, im Gegenteil. Es ist ein spannendes, fett produziertes Album, das handwerklich und kreativ zu überzeugen weiß, selbst wenn man im HipHop-Genre nicht zu Hause ist.

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