Midnight In The Void

Midnight In The Void Hot

Markus Skroch   01. November 2016  
Midnight In The Void

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
14. Oktober 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Bei DARK MILLENNIUM kommen bei mir Erinnerungen hoch. Immerhin kam die Band praktisch aus der Nachbarschaft und der Sänger meiner damaligen Band CEMETERY GATES hatte Anfang der 90er Briefkontakt mit Hilton Theissen, dem Gitarristen. Er hat damals unsere Demos bekommen und immer ein nettes, konstruktives Feedback für uns übrig. Dabei war das was wir damals als Teenager machten wirklich nicht besonders hörenswert. Danke dafür!

Auch spielten DARK MILLENNIUM damals im JUZ unserer Gemeinde. Das muss zu ihrem ersten Demo „The Apocryphal Wisdom“ gewesen sein, denn ich war noch zu jung um hinzugehen, und gerade erst frisch in der Metalszene angekommen. Aber Bekannte waren da und ich erinnere mich daran, dass ein Freund von einem Freund am Merchstand das Demotape geklaut hat! Das fand und finde ich immer noch moralisch verwerflich, aber dadurch wurde ich immerhin auf DARK MILLENNIUM aufmerksam. „The Apocryphal Wisdom“ gehört immer noch zu meinen absoluten Lieblingsreleases im melodischen Death Metal Bereich. Im Zuge der Wiederveröffentlichung des Backkatalogs im letzten Jahr wurde auch dieses Demo auf CD neu aufgelegt, und ich konnte es endlich in offizieller Form kaufen. 

Das Debütalbum „Ashore The Celestial Burden“ machte die Sauerländer auch über Deutsche Grenzen hinaus bekannt. Dabei war ihre Art der Musik immer einzigartig, und man scheute sich nicht Genregrenzen zu übertreten. Das zweite Album „Diana Read Peace“ sollte dann auch vorerst das letzte sein, denn die Band löste sich 1994 auf. „Diana Read Peace“ war sehr experimentell und um einiges softer als die Releases davor. Die Fangemeinde spaltete sich auf. 

Anfang 2016 wurde dann die Wiedervereinigung in nahezu Originalbesetzung bekannt gegeben. Und jetzt liegt der Nachfolger „Midnight in the Void“ auf meinem Schreibtisch.

Das Album bewegt sich stilistisch zwischen „Ashore The Celestial Burden“ und „Diana Read Peace“. Es gibt also wieder mehr Metal zu hören, was die meisten Leute sicher freuen wird. Ich bin froh dass Christian Mertens immer noch seine sehr eigene Art zu Singen hat, welche ein wichtiger Bestandteil der Bandidentität ist. Ebenso hat Hilton Theissen einen ganz eigenen Sound und seine ganz eigene Art Gitarre zu spielen. Zusammen ergibt das direkt wieder die Atmosphäre, die man von früher her kennt. Man merkt auch kaum dass so viele Jahre vergangen sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Band das Album wie damals analog aufgenommen hat. 

Die Lieder sind meist in langsameren Tempi, mit Ausnahme von „Insanity Suck System“, bei dem ziemlich auf die Tube gedrückt wird. Hier und da gibt es auch jazzige Passagen, die sich aber durchaus gut ins Album einfügen. 

Ich finde „Midnight in the Void“ insgesamt gut, aber nicht so stark wie die alten Releases. Das Comeback ist trotzdem gelungen. Vielleicht hat man ja demnächst auch die Chance die Band wieder live zu erleben.

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