Metal Resistance

Metal Resistance Hot

Alina Jensch   01. Juni 2016  
Metal Resistance

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Veröffentlichungs- Datum
01. April 2016
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Bei dem Gedanken daran Metal mit Popmusik und einstudierten Tanzchoreografien zu kombinieren sträuben sich bei vielen die Haare. Und dann auch noch Kinder! Da kommt so manch einem Metalhead die Galle hoch. Wie konservativ Leute eigentlich sind, zeigt sich oft eben erst dann, wenn sie nichts mehr mit Humor nehmen können.

Nun ist BABYMETALs zweites Album raus und bringt eingängige, energiegeladene Metalsongs, solides und abwechslungsreiches Songwriting, eine absolut professionelle musikalische Umsetzung mit harten Riffs und donnernden Bass Drums und eine richtig fette Produktion! Auf „Metal Resistance“ hatten unverkennbar Genre-Profis ihre Finger mit ihm Spiel – darunter Herman Li und Sam Totman von DragonForce.
Ja und dann sind da die drei jungen Mädchen in punkigen Lolita-Outfits die dazu tanzen und sehr poppige Gesangsmelodien singen. Die süßen Mädels entstammen einem Pop-Idolprojekt und hatten mit Metal vor dem Start von BABYMETAL nichts am Hut. Was sie singen hat tatsächlich mit Metal weniger zu tun und klingt größtenteils nach (J-)Pop. Den Schuh muss sich aber fairerweise auch so manch ein „richtiger“ Metalkrieger anziehen...

An der zugrunde liegenden Musik kann man wenig aussetzen, stilistisch bewegt sie sich zwischen Heavy und Power Metal mit elektronischen Elementen. Insgesamt ist die Musik als temporeich und melodisch zu beschreiben. Immer wieder kommen auch männliche Growls zum Einsatz, besonders in „Meta Taro“, das sich wohl von militärischer Marschmusik hat inspirieren lassen. 
Der vordergründige Gesang wird von Hauptsängerin Su-Metal angeführt, die eine schöne und fast schon reifere Stimme hat und ihre Sache auf dem Album wirklich klasse macht. Singen kann die Gute! Etwas kontraproduktiv wirken dagegen ihre beiden jüngeren Mitstreiterinnen Yuimetal und Moametal, die sie mit „kindlich“ schrillen (Schrei-)Einlagen begleiten. Das ist zwar mit Absicht so gewollt und Teil des Kawaii (also Niedlich) Metal Konzepts – nimmt einigen Songs meiner Meinung nach aber ihr Potenzial.

Die Gesangsmelodien sind wie erwähnt sehr (J-)poppig und zielen größtenteils auf Spaß und gute Laune ab („Road Of Resistance“, „Awadama Fever“, „Yava!“, „Tales Of The Destinies“) aber auch waschechte Balladen („No Rain, No Rainbow“, „The One“), das recht epische „Meta Taro“, das atmosphärische und sehr elektronische „From Dusk Till Dawn“ und härtere Songs („Gj!“, „Sis. Anger“) finden sich.
Der für mich mit Abstand beste Song des Albums, „Karate“, hat von all dem ein bisschen und ist ein wunderbar mitreißender Metal-Popsong, der zeigt, dass die Kombination beider Genres gut funktionieren kann und die Stärken von „Metal Resistance“ in sich vereint – aber auch auf BABYMETALs Schwäche auf dieser Scheibe hinweist: Das zuckrige Quietschen ist stellenweise doch etwas anstrengend.

Fazit: Die 12 Songs des fast einstündigen Albums gehen gut ab und bleiben im Ohr hängen!
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