Huldufólk

Huldufólk Hot

Alina Jensch   08. April 2022  
Huldufólk

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
01. April 2022
Format
  • CD
  • MP3-CD

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Zugegebenermaßen, beim Bandnamen CELTIC HILLS hörte ich innerlich schon Flöten, Geigen und Harfen – doch stattdessen ballert epischer Metal aus den Boxen! 
Huldufólk ist das mittlerweile dritte Album des italienischen Trios bestehend aus Jonathan Vanderbilt (Gesang, Gitarren), Jacopo Novello (Bass) und Simone Cescutti (Schlagzeug), und besticht sofort mit einer Kombination aus fantastischen Keyboards und sehr schnell gespielten Gitarren und Schlagzeug, die gut in die Speed Metal-Schublade passen. Dazu schwingt sich Sänger Jonathan souverän durch alle möglichen Oktaven, von tief und rau bis in die Power Metal-typisch hohen Tonlagen, und schafft damit viel Abwechslung.

Besonders gut gefallen mir die Melodien und die keyboardreiche Ausgestaltung – die zehn standardmäßig enthaltenen Songs sind energiegeladen und machen einfach Spaß. CELTIC HILLS haben es geschafft, das Album sehr komplex auszugestalten, ohne dass es (im positiven Sinne) zu kompliziert oder technisch überkandidelt klingt.

Und dann, in „Living Out The Egg“ erklingen sie plötzlich doch: die Flöten und Akustikgitarren! Auch „Villacher Kirktag“ bedient sich eines gewissen Folk-Einflusses und geht auch sonst musikalisch weg von HELLOWEEN und RHAPSODY, und in Richtung KORPIKLAANI.
„Living Out The Egg“ gibt es zusätzlich noch in einer Version mit Schlagzeuger Simone Cescutti am Gesang, zu der auch ein Musikvideo veröffentlicht wurde. Simone entpuppt sich überraschend als richtige Rockröhre, und gibt dem Song einen herrlich punkigen Hard Rock-Anstrich. Als eingefleischter BACKYARD BABIES Fan weiß ich das sehr zu schätzen.

Produziert hat die Platte, wie auch schon den Vorgänger, Michele Guaitoli von u.a. Visions of Atlantis und Temperance – und kann mich nicht ganz überzeugen. Die Songs sind bombastisch, der Sound dafür aber etwas dünn und die Gitarren gehen stellenweise unter.
Ein weiterer, durchaus sensibler Kritikpunkt sind die teils unbeholfenen und schwer verständlichen Texte. Ich hätte lieber ein paar Songs auf Italienisch gehabt, statt „Yes I am, I am heavy metal man“.

Insgesamt weiß Huldufólk aber zu überzeugen. Eine energiegeladene, technisch versierte Platte mit eingängigen, guten Songs!
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