Die Dunkle Dimension

Die Dunkle Dimension Hot

Ecke Buck   04. November 2015  
Die Dunkle Dimension

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Veröffentlichungs- Datum
15. Oktober 2015
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

DEPRESSION gehören neben BLOOD zu den Urgesteinen der deutschen Death/Grind-Szene und melden sich nun mit ihrem (erst) vierten vollen Album nach 25-jähriger Bandgeschichte zurück. Nach etlichen Split-Releases mit Bands wie HAEMORRHAGE, PAGANIZER, MESRINE oder AGATHOCLES gibt´s also nach dem letzten Album „Dekade(nz)“ in 2010 nun die „Die Dunkle Dimension“ zu belauschen…
Nach einem kurzen schluchzenden Intro geht´s gleich weiter zum typisch knüppelden „False Apologies“ zu dem es auch einen Videoclip auf youtube gibt. Es folgen Songs wie der aggressiv-schnelle „Shred“, der völlig derb walzende „Denied Salvation“ oder der mit messerscharfen Riffing ausgestattete „Memorialized“. Mit „Hunger“ hat man wieder eine deutsche groovige Nummer vertreten (nach „Leichenduft“ und „Modertau“), der textmäßig nichts für eingefleischte Vegetarier sein dürfte und mit „No Respect“ gibt´s wieder einen crustigen Track auf die Zwölf. Ziemlich außergewöhnlich für DEPRESSION stellen sich das schon fast hymnenhafte „Cleansed by Fire“ und das langsam-melodiöse „Depression“ dar, wobei letzterer teilweise stark an den ausklingenden Keyboard-Schlussteil von ENTOMBED´s Song „Left Hand Path“ erinnert, also damit ordentlich Gänsehaut-Charakter aufweist. Mit einem zwinkernden Auge sind die fünf knackig-kurzen unterschiedlichen Versionen von „Working in the Coalmine“ zu betrachten, die übers gesamte Album verteilt sind, was aber zusätzlich Auflockerung verschafft. Als Coversong hat das Trio DISRUPT´s „A Life´s a Life“ am Start mit dementsprechend höllisch-kreischenden Screams, meistens werden auf dem Album jedoch wieder die Liebhaber von tiefen Growls und guttural Grunts bedient. Erwähnenswert ist auch noch das stimmlich exzellent vorgetragene Outro „Die Dunkle Dimension“, in dem jeder deutsche Titel in DEPRESSION´s Diskographie Gehör findet. Absolut geile Idee zumal die Diskographie auch sinnvollerweise gleich mit abgedruckt wurde damit der depressive Freak nicht die Übersicht verliert.
Als Bonus gibt es dann noch die „Ein Hauch von Moder“ Songs (7“EP von 1996) neu aufgenommen hintendran, wobei hier auch „Dogmatize“ von BLOOD gekonnt gecovert wird. Der Sound im „Kalthallen Studio“ ist äußerst druckvoll und wieder bassig-derb ausgefallen, und es sind alle Instrumente gut zu vernehmen. Auch das hübsche Cover-Bild vom finnischen Künstler Eero Reiniaho ist absolut „old-school“ ausgefallen und passt hier auch gut zum Titel.
Insgesamt eine absolut stimmige und durchaus auch abwechslungsreiche Scheibe für DEPRESSION-Verhältnisse ohne jedoch die tief verwurzelten Grind/Crust/Groove-Grundprinzipien außer Acht zu lassen. Natürlich auch für Freunde des tiefer gestimmten old-school Death Metals ist „Die Dunkle Dimension“ äußerst empfehlenswert! Fans von technischem Highspeed-Gefrickel sollten hier eindeutig die Finger von lassen!
Das Album kommt übrigens in diesem Winter sogar als Tape-Version und im Frühling 2016 dann auch auf Vinyl.
Old-school Herz, was willst Du mehr? Pflichtkauf für alle Fans dieser Musik!
Anspieltipps: False Apologies, Denied Salvation, Hunger, Cleansed by Fire

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