KOBOLT Hot

Tanja Trawny   08. Januar 2017  
KOBOLT

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Label
Veröffentlichungs- Datum
21. Oktober 2016
Format
  • CD
  • Download
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Bei seinem dritten Album Kobolt gingder Gitarrist und Komponist Håkan Storm nach zwei Solo-Alben eine sehr gelungene musikalische Verbindung mit dem niederländischen Streichquartett Zapp 4, bestehend aus Jasper le Cercq (violin), Jeffrey Bruinsma (violin), Oene van Geel (viola) und Emil Visser (cello), ein.

Håkan Storm verbindet Jazz-Improvisationen, Kompositionen und klassische Musik auf eine einzigartige, faszinierende Weise.

Die Symbiose von Klassik und Jazz sowie den Zwiegesprächen der Violinen untereinander, wobei das Cello partiell wie ein Bass eingesetzt zu werden scheint (Track 2; Intro og interclude), zunächst zart beginnend, dann dynamisch mit Solosequenzen einzelner Instrumente (Gitarre, Cello). Eingebettet in dramatisch wirkenden Spannungsbögen. So, als wenn sich die Instrumente gegenseitig evozieren. Einige sehr ruhig, melodieangebend gepaart mit einem differentiellen „Nicht“-Zusammenspiel (Track 3, Gnom). Oder eine musikalische Symbiose wie in Karussell (Track 4), wo  Håkan Storm mit der Gitarre den musikalischen Grundton anzugeben scheint und Violine und Cello ihre Akzente setzen. Mal melodisch, mal gegensätzlich und doch irgendwie eins. Die Musik ließ in mir tatsächlich ein Karussell im Inneren aufleben. Genauso wie die einzelnen Figuren und ihre Bewegungen sich in der Musik widerzuspiegeln schien. Rhythmisch ansprechend, mich mitreißen, dabei voller Kraft und mystisch und zum Ende hin sanft ausklingend fesselte mich Brunst (Track 9) genauso wie Tvividr (Track 11), welches nicht nur kraftvoll und dynamisch klingt, sondern voller Energie daher kommt.

Håkan Storm setzt neben der Dynamik gleichfalls auf fast zärtlich, lyrisch angehauchte Klänge (Varsovienne, Track 10), welche durch das Spiel der Streichquartetts Zapp 4 zu einem sehr ansprechenden Hörgenuss geworden ist.

Die Art und Weise, wie Håkan Storm in seinen Kompositionen Gitarre, Streichinstrumente, Jazz, Klassik melodisch, akustisch und improvisatorisch verknüpft, birgt für den Hörer völlig neue und faszinierende musikalische Klangerlebnisse, welche ich Euch gerne ans Herz legen möchte!  

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