Wind In The Woods (feat. Isgaard)

Wind In The Woods (feat. Isgaard) Hot

Nico Steckelberg   01. November 2015  
Wind In The Woods (feat. Isgaard)

Musik

Interpret/Band
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
10,0

Es sind Erinnerungen, die wach werden, wann immer ich diese CD in meinem Player abspiele. Erinnerungen an die Achtziger, in denen Mike Oldfield seinen ethnischen Folk-Rock ins Pop-Radio brachte. An die Neunziger, in denen mich Impressions of Winter mit ihren sphärischen Neoklassik-Sounds begeisterten. Als Pink Floyd mit „The Division Bell“ Fans und Kritiker gleichsam auf eine höhere musikalische Ebene hoben. Und es ist die Erinnerung an die vielen Mittelalterfestivals der 2000er, auf denen ich zu Gast sein durfte.

Warum erinnere ich mich an all das? Weil ich den Eindruck habe, dass die Musiker hinter dieser Musik ganz ähnliche Referenzen kennen und sie in ihrer Musik verarbeiten. Jens Lueck, Volker Kuinke und ihr Musikprojekt „Syrinx Call“ bieten so viele schöne Atmosphären und Melodien, wie man sie selten auf einer kontemporären Mittelalter- oder Folk-Veröffentlichung findet. Hier steckt mehr dahinter. Lueck und Kuinke kratzen nicht nur sehr verschiedene Genres an, sondern verstehen es auch sehr gut zwischen den Stimmungen zu wechseln. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eine Genre-Klassifizierung eher als beengendes Korsett sehen. Auch mir fällt es schwer, eine passende Entsprechung zu finden. Und das ist meist ein gutes Zeichen, denn dann macht ein Musiker das, was ihm Spaß macht, und er drückt auf seine Weise aus, was er zu sagen hat.

Wenngleich vor allem die Flöten die tragende Hauptrolle auf dem Album spielen, glaube ich, auch Referenzen zu Phil Collins zu erkennen, zu Film-Scores im Allgemeinen, die frühen Blackmore’s Night, Pink Floyd sehr ausgeprägt in der Hommage „The Place Where We Will Meet“. In jenem Song zeigt Lueck übrigens, dass er eine verdammt coole Gesangsstimme hat, die wohl in diesem Song nicht ganz zufällig an einen gewissen David Gilmour erinnert.

Die Sängerin Isgaard unterstützt Syrinx Call auf dem Album. Ihre Stimme ist sowohl in Solo-Passagen zu hören, sorgt jedoch auch für die wunderbar epischen Chor-Backgrounds, die einen einfach nur vom Hocker hauen.

Wer also mal wieder Lust auf mittelalterlich angehauchte Musik hat, die jenseits des kommerziellen Genres „Mittelalter“ komponiert und produziert wurde, der ist bei Syrinx Call bestens aufgehoben. Mal beschwingt, mal elegisch, stets von hohem Niveau. Ich hoffe, dass das Projekt viel Gehör finden wird.

Die CD kann man direkt beim Künstler kaufen. Bestimmt auch signiert, wer mag. http://syrinxcall.com/shop/

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