Tanzverbot

Michael Brinkschulte   15. Mai 2017  
Tanzverbot

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Wenn sich eine Formation nach einem Getränk benennt, ist das nicht unbedingt ungewöhnlich. Ungewöhnlicher scheint dann schon eher, dass die grundsätzlich groovende und sehr tanzbare Musik unter dem Titel Tanzverbot steht. Die Auflösung gibt’s dann im Titelsong. Die sechs Österreicher die diese Gypsy-Formation bilden, setzen auf drei Gitarren, ein Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug und bringen zusätzlich noch Gäste mit Trompete, Klarinette und mehr mit. 
Der gebotene Sound, der durch die Stimmen zweier Bandmitglieder ein einzelnen Stücken ergänzt wird, fetzt zuweilen richtig los, während andere auch mal getragen daher kommen. Das musikalische Spektrum wechselt immer wieder und bringt je nach Text eine passende Atmosphäre mit. ‚Angst‘ ist dafür ein besonders gutes Beispiel. Doch es gibt nicht nur Stücke mit Text, vier der 11 Songs sind instrumental und zeigen das Können der Musiker pur.
Textlich zwischen humorvoll und nachdenklich bis kritisch, erweist sich das Album auch diesbezüglich als interessante Entdeckungsreise. Mal in hochdeutscher Weise mal mit mundartlichem Einschlag, der aber allgemein verständlich bleibt, kommen die Texte aussagekräftig daher.
 
Ein Gypsy-Swing Album, das weltmusikalische und jazzige Klänge in einen massenkompatiblen Kontext stellt und durch virtuoses Spiel überzeugt. 
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