Straum, stille Hot

Markus Skroch   24. Januar 2011  
Straum, stille

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
14. Januar 2011
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Aus Oslo stammt das Kammerfolk-Trio SLAGR, das sich mit Hardanger Geige, Cello und Vibraphone einer ganz eigenen Art von Musik verschrieben hat. Und zwar einer Mischung aus Folklore, Jazz und zeitgenössischer Klassik, die so sicher einzigartig ist.

Man hat es weniger mit Liedern zu tun, deren Melodien man sich einprägen kann, als mit meditativen Klanggebilden. Die Lieder entwickeln sich langsam, sind flächig und doch zerbrechlich. Interessant dabei sind die oft vorkommenden Oberton-Schwingungen die den Instrumenten entlockt werden und sehr fremdartig klingen. Die Hardanger-Fiedel mit ihren Bordunsaiten, das Cello mit seinem erdigen Charakter, sowie das Vibraphon mit seinen lang anhaltenden Tönen verschmelzen zu einem Klangwald, der einen irgendwie fesselt. Vor allem die Hardanger-Fiedel, mit ihrem ehrlich, rauhen nordischen Klang weckt dabei eine Art von Fernweh beim Zuhörer.

Jedenfalls passt es nicht in die schnelllebige Welt. "Slagr" ist übrigens ein alt nordisches Wort für Melodie, das sich vom Verb "slá" ableitet, das Schlagen oder Anschlagen bedeutet und sich auf Saiteninstrumente bezieht. Der Titel bedeutet "Stiller Strom", was sicherlich sehr passend ist.

Welches Klientel SLAGR mit "Straum, stille" ansprechen weiß ich nicht. Für den normalen Pop/Rock-Fan ist dieses Album sicherlich eher rätselhaft. "Straum, stille" ist vielleicht eher etwas für den erwachenden Tag, oder die Abenddämmerung.

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