Sequel Hot

Nico Steckelberg   25. September 2011  
Sequel

Musik

Interpret/Band
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Wie beginnt man die Beschreibung einer Musik, die sich eigentlich nicht beschreiben lässt? Am besten mit Biographischem: Die Band Euzen (sprich: „You seen“) hat 2009 ihr Debut-Album „Eudaimonia“ veröffentlicht und dieses auch live durch Touren in Skandinavien promotet. Kopf der Kopenhagener Formation ist Maria Franz, die nicht nur für die Vocals, Loops und das Piano verantwortlich zeichnet, sondern auch für die Texte. Weitere Musiker sind Christopher Juul (Piano, Keys, Gitarren, Dulcimer, Theremin), Harald Juul (Gitarre und andere Saiteninstrumente), Jon Pold Christensen (Bässe) und Kristian Uhre (Drums und Percs sowie Backing-Vocals).

Starten wir beim Gesang: Der klingt von der Sangesart ein wenig nach Björk oder skandinavische Folklore, die Klangfarbe erinnert mich hier und da auch an Anneke van Giersbergen (The Gathering), wenn auch nur sehr leicht. Von der Aussprache der Texte her klingt es recht britisch. Die Gesangsmelodien lassen sich kaum packen, so verspielt springen sie von hier nach dort, aber ohne dass es nervt, sie binden vielmehr die Aufmerksamkeit des Hörers.

Die Pianopassagen sind schnell und sorgen für eine immer ein wenig hektisch-getriebene, paranoide Hintergrundstimmung. Elektronische Keys verbreiten ein progressives Trip-Hop-Flair. Und gerade dann, wenn man glaubt, dass man das Genre von „Euzen“ einigermaßen für sich eingrenzen kann, wird man überrascht von wieder neuen Aspekten in der Musik. Da gibt es viele Weltmusik-Akzente, Dance-Beats, die keine Dance-Beats sind.

Ich fühle mich wohlig verstört, wie nach einem seltsamen Traum, der mich an einen reizvollen fremden Ort verschlagen hat, der meine Neugier weckt. Für mich völlig neue Musik, die ich so noch nicht gehört habe. Wundervoll!

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