BooCheeMish           Hot

Nico Steckelberg   21. Mai 2018  
BooCheeMish

Musik

Veröffentlichungs- Datum
25. Mai 2018
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
10,0

Es gibt noch die echten Überraschungen im Musikbusiness. 
Da ist zum einen das renommierte Label Prophecy, das vor allem für die dunkle, emotionale und gern auch harte Prägung von Musik steht.
Auf der anderen Seite haben wir da einen traditionellen bulgarischen Frauenchor, dessen Gesang auf einer der goldenen Schallplatten der Voyager-Mission durch den Weltraum fliegt, um fremden Zivilisationen einen Eindruck der menschlichen Kultur zu verschaffen.
Und es gibt noch eine dritte Komponente: Lisa Gerrard, bekannt durch ihre Soundtrack-Kooperationen mit Hans Zimmer („Gladiator“ u. a.) und ihre langjährige Zusammenarbeit mit Brendan Perry in der unkategorisierbaren Kult-Formation „Dead Can Dance“. 
 
Alle drei zusammen haben es zu einer Kooperation gebracht, die sich gewaschen hat: Unter dem Titel „BooCheeMish“ erscheint am 25.05.2018 das neue Album von THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES (ehemals LE MYSTÈRE DES VOIX BULGARES)  auf Prophecy. Lisa Gerrard trägt auf vier Tracks mit ihrem unverkennbaren Gesang zur Vervollständigung und Abrundung der Atmosphäre bei.
 
Die Stücke mit Worten zu beschreiben, fällt mir sehr schwer. Vieles erinnert mich an Nordische Folklore, insbesondere die perkussiven Gesangseinsätze wecken in mir Erinnerungen an die Formation „Värttinä“. Die Percussions hingegen haben einen deutlich orientalischen Einschlag oder switchen rasch gefühlt mal zum Afrikanischen Kontinent. Das, was der durchschnittliche Musikkonsument heute auf Grund von Ska und Brass Drance vermutlich gemeinhin mit Balkan-Musik verbindet, ist maximal im Ansatz zu finden. „BooCheeMish“ ist ein wundervoll erhebendes Stück Weltmusik, das vielleicht eine Geo-Position im Namen trägt, aber jegliche Grenze zu sprechen vermag. Wer das nicht glaubt, vergleiche einmal dieses Album mit Kenji Kawais Soundtrack zum Anime „Ghost in the Shell“ – man wird staunen, wie viele Gemeinsamkeiten sich hier finden.
 
Mein Lieblingsstück des Albums ist „Mani Yanni“. Unbedingt hören, da kann man sich nur in die Musik verlieben!
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