Season I: The Seeming and the Real

Season I: The Seeming and the Real Hot

Nico Steckelberg   19. Oktober 2012  
Season I: The Seeming and the Real

Musik

Interpret/Band
Unter-Genre
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
9,0

Es ist das erste Album einer Formation, die gewiss noch einige weitere VÖs folgen lässt. Matthias Ambré (ASP) und Marcus Testory (Chamber) sind DIE KAMMER. Das Debütalbum trägt den Titel „Season I: The Seeming and the Real“. Und genau darum geht es: Um das Sein und den Schein.

Die Atmosphäre empfinde ich als viktorianisch. Es ist ein akustischer Gitarrenfolk, der als Basis für die tiefen männlichen Vocals dient, die vielleicht entfernt vergleichbar mit Nick Cave oder Peter Steele sind, aber gern auch mal mit etwas größerer Bandbreite eingesetzt werden. Es würde mich nicht wundern, wenn auch ein gewisser Mr Johnny Cash hier und da eine Inspirationsquelle gewesen wäre.

Was mir besonders gut gefallen hat, sind die vielen tollen akustischen Nebeninstrumentierungen. Hier insbesondere das kleine, traurige Streicherensemble. Es sorgt für eine ganz hervorragende Vintage-Stimmung. Die Tuba ist jedoch der geheime Star des Albums. Sie sorgt für die skurrilen und ungewöhnlichen Sound, aber auch für einen gewissen Wiedererkennungswert. Ich bin ein großer Freund von Paul Rolands Alben „Happy Families“ und „A Cabinet of Curiosities“, und stellenweise erinnert mich auch „The Seeming and the Real“ an diese beiden Psych-Folk-Klassiker.

Ein sehr liebevoll instrumentiertes und geistreich komponiertes Album. Hätte auch als Rock oder Metal funktionieren können. Ich freue mich aber sehr darüber, dass es ein folkloristisches Rückgrat erhalten hat. Genau die richtige Entscheidung.

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