Confessions & Doubts / TanzZwang

Confessions & Doubts / TanzZwang

Nico Steckelberg   28. September 2018  
Confessions & Doubts / TanzZwang

Musik

Interpret/Band
Label
Veröffentlichungs- Datum
28. September 2018
Format
CD
Anzahl Medien
2
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
5,0

Seine Stimme ist markant, der Wiedererkennungswert immens. Peter Heppner – ehemaliger Sänger der deutschen Electro Pop-Formation Wolfsheim – ist längst im Olymp der deutschsprachigen Major-Künstler angekommen.

2018 ist ein besonderes Jahr für alle Heppner-Fans, den gleich zwei Releases erscheinen am 28. September. Ungewöhnlich dabei ist, dass es sich um ein reguläres Studioalbum und eine Dance-orientierte Upbeat-Platte handelt.

Mit „Confessions & Doubts“ kann Heppner vor allem bei Fans der vormals genannten Formation Wolfsheim punkten. Die Stimmung von Musik und Texten ist gedrückt, die Vocal Lines bekannt monoton, aber enorm eingängig. Die Produktion ist modern, mit deutlichem Hang zum Mainstream-Pop inkl. Schlager-Affinitäten. Dieses Störgefühl gleicht Peter Heppner aus, indem er immer mal wieder englischsprachige Texte einwebt. Schön, dass es nicht zu geradlinig ist. Schade, dass keines der Stücke so recht aus sich heraus kommen mag. Die „Confessions“ sind sehr verkopft, und die „Doubts“ allgegenwärtig, was sich auch auf die Stimmung des Hörers auswirkt. Ein „Upper“-Album klingt anders. Dies hier zieht dich runter, und das soll es vermutlich auch. Schöne Kooperationen mit Joachim Witt („Was bleibt?“) und Kim Sanders („You Don’t Love Me“) bleiben da noch am ehesten hängen.

Die depressive Stimmung behält Heppner auch auf „TanzZwang“ bei, wenngleich hier namhafte Remixer ihr Bestes geben, um die Laune zumindest körperlich etwas in Schwung zu bringen. Apoptygma Berzerk, Yann Lauren oder Schiller sind nur einiger der DJs, die hier ihre „Touches“ gesetzt haben. Allein, was hilft es, wenn du dich nach dem Genuss des Albums down fühlst?

Peter Heppner ist deutlich mehr Gothic, als sein Image es vermuten lässt. Seine beiden Alben sind in gewisser Weise ein Wolf(sheim) im Schafspelz. Mentale Goth-Melancholie, getaucht in eine Mainstream-Holi-Farbschlacht-Wolke.

Stellt sich die Frage: „Was bleibt, Herr Heppner?“

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