Las Vênus Resort Palace Hotel

Las Vênus Resort Palace Hotel Hot

Nico Steckelberg   27. November 2010  
Las Vênus Resort Palace Hotel

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

Die brasilianische Cibelle singt als „Sonja Khalecallon y Los Stroboscopious Lumenos“ im „Las Vênus Resort Palace Hotel“… klingt schon mal sehr seltsam. Was sich dahinter verbirgt, verrät die Albuminfo:
„Das Ende der Welt ist gekommen, sie ist explodiert und nur ein kleiner Felsen schwebt noch durchs Universum. Auf diesem Felsen gibt es einen Dschungel und einen Ozean, der ins Nichts des Alls verschwindet. Auf dem Strand befindet sich ein dekadentes Feriendorf mit einer Bar für all die Übriggebliebenen: Hula-Mädchen, Amazonen, amerikanische Ureinwohner, hawaiianische Touristen, Cowboys, Ausreißer, Cybertrancer, Shemales, alte französische Crooner und Statisten aus einem Indiana Jones-Film.
Alle sind ein wenig schmutzig und verschwitzt und beim Gehen werden ihre Beine zu Gummi. Die Vögel mögen neonfarben und mutiert sein, aber sie sie sind zumindest in Sicherheit: Dies ist der letzte Ort im Universum, der die totale Zerstörung überlebt hat und wir feiern Partys, als ob es das Ende der Welt wäre (und das ist es ja auch). Ich bin die Stammsängerin in dieser Bar, ich bin Sonja Khalecallon und meine Band heißt Los Stroboscopious Luminous.“

Cibelles Musik ist ebenso außergewöhnlich wie dieses Konzept. Es beginnt mit einer tropischen Hoteldurchsage und geht dann gleich los mit dem Song „Underneath the Mango Tree“, geschrieben von Monty Norman und ursprünglich interpretiert von Ursula Andress (und Sean Connery) im ersten Bond Film „Dr. No“. Es folgt „Man from Mars“, ein Stück, das durchaus auch auf „Felt Mountain“ von Goldfrapp hätter erscheinen können ohne dort aufzufallen. Dann gibt es Polka-ähnliche Stücke, Piano-Balladen und mehr. Zwei weitere Coverversionen gibt es noch: „Lightworks“ von Elektronik-Pionier Raymond Scott und „It’s not easy being green“ von Kermit, dem Frosch.

Allerdings: Nichts klingt albern, alles sehr professionell, angenehm und auf hohem Niveau unterhaltend. Punktabzüge gibt es für die leichte Eintönigkeit in der Mitte der Platte. Aber „Las Vênus Resort Palace Hotel“ hat auch mich einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Überaus außergewöhnlich und nahezu nicht kategorisierbar.

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