Girls on bikes, Boys who sing

Girls on bikes, Boys who sing Hot

Nico Steckelberg   21. Oktober 2017  
Girls on bikes, Boys who sing

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
20. Oktober 2017
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

„We’ll be alright“… so lautet der letzte Titel des neuen Monophona-Albums. Und die zuvor gehörte Musik und die Lyrics strafen die Aussage Lügen, oder deklarieren sie als puren Zynismus. Denn die Luxemburger geben mit „Girls on Bikes, Boys who sing“ ihrer Sorge und Wut über das aktuelle Weltgeschehen Ausdruck. Monophona war schon immer düster und hatte einen starken Hang zur bedrückenden Melancholie. Doch diese Grundeinstellung verbunden mit einer politisch bedingten Zukunftsangst, schafft eine undurchdringliche Klangdystopie. Es ist eine echte Melancholie-Bombe im Gewand einer gespenstisch-atmosphärischen Triphop-Platte. Es gibt einige neue akustische Sounds, doch die Band-bekannten Klicks und Klacks sind nach wie vor vorhanden und schaffen ein spannendes Klanggerüst, das man gern mit den Ohren erkundet. Neu sind die härteren Alternative-Klänge, wie sie beispielsweise bei „Tick of a clock“ zu hören sind. Das kommt beinahe einem „Ausbrechen“ gleich, ist jedoch rasch wieder verflogen.
 
Monophona-Alben sind so spannend wie verfallene Häuser, die man im Halbdunkel erkundet. Hinter jeder Ecke vermutet man jemanden, doch am Ende ist es doch nur leer und düster. Dies möge man nicht falsch verstehen, „Girls on Bikes, Boys who sing“ ist ein sehr intensives Album, doch man muss dafür in der richtigen Stimmung sein. Und man sollte – um Himmels willen – gerade besser keine depressive Phase haben.
 
Anspieltipp: "Hereafter"
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