Muraqqa' Band 1 - Der Himmel ist mein Kleid

Muraqqa' Band 1 - Der Himmel ist mein Kleid Hot

Nico Steckelberg   31. März 2012  
Muraqqa' Band 1 - Der Himmel ist mein Kleid

Comic-Tipp

Autor(en) / Hrsg.
Zeichnungen / Paintings
Anzahl Seiten
48
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Rückentext

Harem, Serail, Zenana – seit Jahrhunderten beflügeln sie die Fantasie der westlichen Geschichtenerzähler. Nur wenigen war es gestattet, tatsächlich in diese geheimen Welten einzudringen, in denen Ehefrauen, Geliebte, Kinder und Angehörige der orientalischen Herrscher lebten. Trotzdem erzählten Reisende seit jeher davon, was ihnen Dienstmädchen, Ärzte und Krämer aus den intimen Gemächern berichteten.

Die junge Malerin Priti bekommt den Auftrag, für den Timuridenkaiser Jahangir ein Muraqqa‘ (Bilderbogen) über das Leben der Frauen im Harem anzufertigen. Eigentlich soll Priti nur beobachten, aber der Harem ist nicht nur Ort der Schönheit und Sinnlichkeit, sondern auch Schauplatz von Intrigen und Machtkämpfen...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Zeichnungen 
 
9,0
Kolorierung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,0

Es ist das Größte, was einer jungen Künstlerin passieren kann: Priti erhält den Auftrag für den Kaiser ein Maraqqa‘, einen Bilderbogen, anzufertigen, der das Leben der Frauen im Harem darstellen soll. Doch das „stille Beobachten“ der Geschehnisse zu (wie wir heute sagen würden) Recherchezwecken zieht Priti schnell hinein in die Geschehnisse am Hofe.

In schönen, sinnlichen Bildern und immer mit einem leichten Touch zur unterschwelligen Sexualität zeichnet Ana Miralles die Bilder zu Emilio Ruiz‘ Geschichte. Dabei stehen nicht zu sehr die Geschehnisse im Vordergrund, es ist vielmehr eine beinahe philosophische Reise, gepaart mit Motiven und Beziehungen. Die Andeutung eines Gesellschaftsbildes, eine Religionsstudie ebenso wie eine kleine Geschichte der Kunst und ihren Inspirationsquellen. Also eine Mischung, die man in dieser Form nicht häufig erlebt: Religion, Kunst, Sexualität, Geschichte, Gesellschaftsbild.

Ganz gerecht wird der erste Band „Der Himmel ist mein Kleid“ nicht jedem dieser Genres. Stark sind die Sprünge. Dennoch hat die Erzählung – und vor allem ihre Bilder – einen anziehenden Reiz auf seinen Leser. Das liegt vor allem an den farbenprächtigen Kolorierungen und den detailreichen Zeichnungen, die oft auch architektonisches Geschick aufweisen. Egal ob Savanne, Palast, Gemach, Harem oder Marktplatz – die Umgebungsstimmungen werden in Bild und Farbe stets perfekt eingefangen.

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