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Musik Soundtrack u. Klassik Symphonic Shades
 

Symphonic Shades Hot

 
Symphonic Shades

Musik

Interpret/Band Chris HülsbeckWDR Rundfunkorchester KölnFILMharmonischer Chor Prag
Unter-Genre KlassikGame-Soundtrack
Label WDRSynSoniq RecordsMerregnon Studios
Format CD
Anzahl Medien 1
Bandwebsite http://www.SymphonicShades.de

Hörspiegel-Meinung

Wer in den 1980er Jahren und an der Schwelle zu den 90ern groß geworden ist, der wird vermutlich auf die eine oder andere Weise Berührungspunkte mit den Commodore C=64 und Amiga-Spielecomputern gehabt haben. Es war die Hochphase von Jump'n'Run, Geschicklichkeits- und Actionspielen. Titel wie The Great Giana Sisters, Turrican, Apidya oder R-Type dürfte vielen Spielern der ersten Generation noch in lebendiger Erinnerung sein. Zu dem großen Erfolg dieser Spiele trug zu einem nicht unerheblichen Teil der Soundtrack bei. Denn C=64 und Amiga verfügten über einzigartige Soundmöglichkeiten. Und ein Mann wußte auf den beiden Geräten zu Komponieren wie kein zweiter: Chris Hülsbeck. Er revolutionierte den Computerspielesoundtrack und komponierte Melodien und Stücke, die auch als Stand-alone ohne dabei zu spielen einen großen Spannungsbogen und eine dichte Atmosphäre aufwiesen.

Mit dem Stück "Shades" gewann er einen Komponierwettbewerb beim Magazin "64'er" und fortan ging die Karriere des bis dato unbekannten jungen Mannes steil bergauf. Zahlreiche Games-Entwickler engagierten ihn, und es wurde zu einem Qualiätsmerkmal für Spiele, wenn sie einen Soundtrack von Chris Hülsbeck hatten.

Hülsbeck veröffentlicht in den 1990ern auf eigenem Plattenlabel bereits einige Soundtrack-CD-Compilations, für die er seine C=64- und Amiga-Melodien mit moderneren Synthesizern eingespielt hatte. Still geworden ist es um ihn auch danach nie, er verzieht in die USA, arbeitet dort z.B. für LucasArts als Game-Komponist, wenngleich auch der Computer-Superstar-Status ein Stückweit verloren geht.

Im Jahr 2008 dann das Großereignis: Das WDR Rundfunkorchester Köln und der FILMharmonische Chor Prag führen am 23.08.2008 im Funkhaus Wallrafplatz in Köln unter dem Titel "Symphonic Shades" die bekanntesten Kompositionen von Chris Hülsbeck in orchestralem Arrangement auf (Dirigent: Arnold Roth, Chorleiter: Stanislav Mistr, Orchestermanager: Winfried Fechner, Chormanager: Petr Pycha). Für die Arrangements zeichnet Jonne Valtonen verantwortlich, der stellenweise neue harmonische Aspekte in Hülsbecks Stücke integriert. Klingt stellenweise ungewohnt, aber es weiß zu gefallen, denn es ist einfach bombastisch! Schnell hat man wieder die pixeligen Figuren vor Augen, die man mit dem Joystick durch die Gefahren manövrieren muss, doch alles spielt akustisch nun auf einem ungemein höheren Level. Das hier sind Hollywood-Soundtracks! Und hier zeigt sich, warum Hülsbecks Spielemusik so beliebt war: Weil sie universell und unabhängig vom Medium funktioniert. Wenn dann aber doch das Medium des Orchesters gewählt wird, so wie hier, dann ist das etwas richtig Großes!

Um sich zu überzeugen, höre man sich die brillante "The Great Giana Sisters"-Suite an, die "Tunnel B1"-Suite (aciongeladen!), "Tower of Babel" oder ... eigentlich ist jedes Stück eine Referenz. Oft fühlt man sich an starke Momente von John Williams oder Hans Zimmer erinnert. Es gibt neben den bekannten Spiele-Soundtracks auch eine neue Komposition ("Karawane der Elefanten") und eine Suite aus Hülsbecks melancholischem Filmsoundtrack zu "Licht am Ende des Tunnels".

Drei kleine Verbesserungspunkte gibt es bei all dem Lob allerdings. Zum einen ist das Stück "Symphonic Shades" als einziges mit einem Synthesizer unterlegt, der die Bassspuren und ein Lead-Instrument spielt, als Hommage an den C=64. Eine prima Idee, leider spielt dieser leicht aber merkbar unsynchron zum Orchester. Zweitens bringt die Orchester-Mikrofonierung das Schlagzeug an den Stellen nicht ausreichend zur Geltung, an denen es für den Spannungsbogen der Stücke zwingend erforderlich ist. Die Bassdrum verirrt sich in den Tiefen des Saales und die Snaredrum ist zu leise um die Power zu bringen, für die sie vorgesehen ist. Der dritte Knackpunkt sind die unterschiedlichen Aufnahmezeitpunkte. Einige Stücke sind vor Livepublikum aufgenommen (was sie gleich noch mitreißender macht, wenn man den tosenden Applaus hört), andere entstanden ohne Live-Publikum. Diese drei Punkte können den Hörgenuss aber nur marginal schmälern.

Auf dieses Werk können alle Beteiligten sehr stolz sein. Das hier ist großes Kino für die Ohren.


Hörspiegel-Skala:(von 10 erreichbaren Punkten)
Gesamtwertung:
 
9,0
 
Geschrieben von Nico Steckelberg
18. Oktober 2009
 
 
 
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