Eigentlich wollte ich klein, aber dann kam Groß

Eigentlich wollte ich klein, aber dann kam Groß Hot

Ecke Buck   25. Dezember 2012  
Eigentlich wollte ich klein, aber dann kam Groß

Musik

Interpret/Band
Veröffentlichungs- Datum
14. Dezember 2012
Format
CD
Anzahl Medien
1

Hörspiegel-Meinung

Gesamtwertung 
 
8,0

„Zieh die Hose aus, jetzt wird ge-dance-t!... Kreisliga C-Disko – Wir haben Homezone auf’m Dancefloor“… man könnte hier Zitat über Zitat bringen, und sehr oft wäre etwas witziges dabei. Supergaul sind sozusagen die albernen Intellektuellen der Dance-Szene. Das neue Album „Eigentlich wollte ich klein, aber dann kam groß“ ist eine Mischung aus den Ärzten, Fettes Brot, den Fantastischen Vier, dem Erfolgsduo Hagen und Northern Lite.

Meine Favoriten sind „Mein Vater ist ein Warlord, ich hab ihn trotzdem lieb“ (Lieblingszitat: „Das ist kein Mobile aus Köpfen, das ist ein Zeichen seiner Liebe“), „Das muss Liebe sein“ (Lieblingszitat: „Ich hab‘ Bettlerbanden in den Fußgängerzonen durch strategische Amputation gewinnoptimiert“), „Vergessen am Glory Hole“ (Lieblingszitat: „Ich bin doch mehr als nur ein hübsches Gesicht, reduziert mich bitte nicht doch immer nur auf meine Persönlichkeit. Warum denn nicht mal auch mein Penis?“) und „Die Gitarre von Eye of the Tiger“ (da reicht kein Einzelzitat, muss man ganz hören). Schön ist auch der Musikszene- und Youtube-kritische Song „Justin Bieber, neuer Song mit Bruno Mars und Xavier Naidoo, produziert von Dieter Bohlen“ („La-la-la-la-Qualität-la-la-la-scheißegal-la-la“).

Aber auch die musikalischen Direkt-in-die Fresse-Songs im Kirmestechno-Sound wie „Atomkrieg in der Kleingartensiedlung“ oder „Kreisliga C Disko“ sind handwerklich einwandfrei.

Ich bin mir nicht sicher, wie ernst Supergaul ihre Musik selbst nehmen. Produziert ist sie ordentlich, wirklich flache Bum-bum-Tracks gibt es nur dann, wenn man sich eben über genau dieses Genre erheitert. Die Texte sind reizvoll, und ich habe sehr oft gelacht. Einige der Zitate sind inzwischen fester Bestandteil meines eigenen Wortschatzes geworden. Und in manch angebrachter Situation habe ich dank Supergaul schon die Gitarre von „Eye of the Tiger“ mit dem Mund nachgemacht…

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