Der Traumtänzer Hot

Nico Steckelberg   22. September 2012  
Der Traumtänzer

Rückentext

Zu Beginn der Therapiesitzung ahnt Dr. Frank Morgan noch nicht, dass am Ende des Tages nichts mehr so sein wird wie vorher. Das Gespräch mit der unscheinbaren Klientin Mary Bellows nimmt urplötzlich eine dramatische Wendung, die unversehens auch seine eigene Welt ins Wanken bringt. Als Morgan die Tragweite seines fatalen Irrtums bewusst wird, bleibt nur noch die Flucht. Doch tief in der Vergangenheit, inmitten des Dunkelhauses, wartet die unumstößliche Erkenntnis, dass man vor Träumen nicht fliehen kann …

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,4

Was für ein Knaller – die zehnte Folge MindNapping wird nicht nur von Hendrik Buchna, einem der Autoren der Die drei ???, beigesteuert. Mit „Der Traumtänzer“ gibt es einen direkten Link zur hochgelobten Psychothriller-Reihe „Darkside Park“.

Bereits zu Beginn wird deutlich, wie eng die Darkside-Park-Episode „Das böse Zimmer“ und „Der Traumtänzer“ miteinander verwoben sind. Wir hören einen Auszug aus einem Tonband, das uns bekannt vorkommt. Eckart Dux übernimmt auch bei MindNapping die Titelrolle. Viele kennen ihn vielleicht auch als die deutsche Synchronstimme des „Arthur“ aus „King of Queens“. Hier spielt er Dr. Frank Morgan, den Psychiater. Eine ernsthafte und intelligente Rolle. Der erste – zugegeben recht lange – Teil des Hörspiels besteht aus einem Dialog zwischen Dr. Morgan und seiner Patientin Mary Bellows (Ulrike Stürzbecher). Doch während des Gesprächs stellt sich heraus, dass die Dinge anders liegen als sie zunächst scheinen. Morgan muss flüchten und Bellows in Sicherheit bringen. In einer Nebenrolle als Deputy ist Helmut Krauss zu hören, der seine Rolle auf latent-bedrohliche Art spricht. Gänsehaut!

Es ist schwer, den Reiz dieser Folge zu beschreiben, ohne Spoiler zu verraten. Nur so viel: Hendrik Buchna baut in seinem psychologischen Dialog eine dichte Scheinwelt auf, und der Hörer darf sich selbst fragen, ob er die Zeichen erkannt hätte, wie der Doktor es vermochte. Trotz der atmosphärischen Dichte hätte ich es noch besser gefunden, wenn der Dialog etwas kürzer und die Flucht-/Angstszenen dafür noch ausgeprägter ausgefallen wären. So ergibt sich für mich ein leichtes Ungleichgewicht zugunsten eines Dialoges, der mehr Schein als Sein birgt. Vielleicht hätte auch eine variablere Dialog-Geschwindigkeit für mehr „Bewegung“ in den ersten Minuten gesorgt. Aber ich möchte gar nicht groß meckern, denn die Story ist gut konzipiert, beklemmend und macht Spaß zu hören. Insbesondere Darkside-Park-Fans wie ich werden sie lieben!

Die Musik von Sebastian Pobot passt sehr gut ins Bild, und vor allem auch das Layout hat mehr als nur eine kurze Erwähnung verdient. Das Wendecover erstrahlt im originalen Darkside-Park-Look. Sogar die Laschen des CD-Inlays sind innen noch einmal auf Darkside Park getrimmt.

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