Das Jesus-Video Hot

Nico Steckelberg   31. Juli 2016  
Das Jesus-Video

Rückentext

Folge 1: Spuren
Science Fiction-Autor Peter Eisenhardt staunt nicht schlecht, als er vom Multimilliardär John Kaun als Berater zu einer historischen Ausgrabungsstätte nach Israel gelotst wird. Hier arbeiten auch Stephen Foxx und Judith Menez, Zeugen des wohl außergewöhnlichsten archäologischen Fundstücks aller Zeiten: der Bedienungsanleitung zu einer hochmodernen Videokamera, in einem 2000 Jahre alten Grab. Das Wettrennen um die Entschlüsselung des Rätsels beginnt …

Folge 2: Die Heilige Stadt:
Die Bedienungsanleitung zu einer hochmodernen Videokamera in einem 2000 Jahre alten Grab in Israel kann nur eins bedeuten: Zu Lebzeiten Jesu Christi hat diese Videokamera vermutlich Aufnahmen von historisch einmaligen Ausmaßen gemacht. Währenddessen entschlüsselt Stephen Foxx Teile einer Nachricht, die ebenfalls in dem Grab gefunden wurde und die er heimlich dem Zugriff von Multimilliardär John Kaun entzogen hat. Der Verdacht erhärtet sich: Es ist der Brief eines Zeitreisenden.

Folge 3: Die Mission
Der entschlüsselte Brief des Zeitreisenden bringt Gewissheit: Das Jesus-Video existiert. Die Jagd nach den Aufnahmen, welche die bekannte Welt aus den Angeln heben würden, beginnt. Neben Stephen Foxx und seinem Widersacher John Kaun interessiert sich bald auch der Vatikan für das ominöse Video. Die Spur führt unterdessen in die Stadt, um die drei Weltreligionen erbittert streiten: in die judäischen Berge zwischen Mittelmeer und Totem Meer, die Altstadt von Jerusalem.

Folge 4: Exodus
Auf der Suche nach dem Jesus-Video sind Stephen Foxx und seine Freunde ihren Gegnern nur einen kleinen Schritt voraus. In einer nur dem Schein nach verlassenen Klosterruine in der Wüste kommt es zum Showdown: Während die Gruppe von Stephen Foxx in die vermeintlich letzten Geheimnisse des Jesus-Videos eingeweiht wird, wird das Kloster von John Kauns Söldern erstürmt. Für Stephen und Judith geht es nun darum, nicht nur ihr Leben, sondern auch das Video zu retten.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
10,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Das Buch „Das Jesus-Video“ von Andreas Eschbach gewann den Kurd-Laßwitz-Preis für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres 1998. Und diese Auszeichnung erhielt das über 700 Seiten starke Werk nicht umsonst. 

 Die Story ist so mitreißend wie vielfältig, so spannend wie gefühlvoll, so actiongeladen wie nachdenklich. Bei einer Ausgrabung in Israel wird von dem jungen amerikanischen Ausgrabungshelfer Stephen Foxx eine seltsame Entdeckung gemacht. Er findet ein 2000 Jahre altes Skelett. Das allein ist noch nicht ungewöhnlich. Doch die Grabbeilage raubt dem Archäologie-Team um Professor Wilford-Smith, zu dem Foxx gehört, den Atem und bringt alle mitwissenden Beteiligten beinahe um den Verstand. Bei dem Toten findet man die Bedienungsanleitung eines Video-Camcorders. Wie gelangt ein Dokument der heutigen Zeit in ein Grab, das 2000 Jahre alt ist? 

Das fragen sich nicht nur Foxx, seine Kollegin Judith, ihr Bruder Jehoshua und Professor Wilford-Smith, sondern auch John Kaun, der Financier der Ausgrabung, der weder Kosten und Mühen scheut, dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Doch warum engagiert er den deutschen Science-Fiction-Autor Peter Eisenhardt als Berater? Foxx wird hegt eine Vermutung, die, so unwahrscheinlich sie klingt, die jedoch die einzig plausible Erklärung zu sein scheint: das Skelett ist das eines Zeitreisenden. Diese Theorie wird verstärkt durch die Tatsache, dass das Gerät, zu dem die Anleitung gehört, derzeit noch in der Entwicklungsphase steckt. Doch wenn ein Zeitreisender ein Aufnahmegerät mit in der Vergangenheit nimmt, wo ist dann die Kamera jetzt? Und was befindet sich auf dem möglichen Film? Es kann nur eine logische Antwort geben. Nur ein mögliches Ziel, das es im Israel vor 2000 Jahren zu suchen gab: Jesus Christus. 

 Eine wilde Verfolgungsjagd zwischen Kaun, Foxx, seinen Freunden und den inqusitorischen Killern der Kirche eskaliert... Wer findet das Jesus-Video als erster, um seine mögliche Macht weise zu nutzen? 

Es gab bereits eine Verfilmung und eine Hörbuchfassung des Stoffs. Nun endlich gibt es auch eine Mini-Hörspielserie bei Lübbe. In vier Episoden wird die Story hier erzählt. Für die Umsetzung zeichnet das geniale Hörspiel-Prodzuententeam Christian Hagitte und Simon Bertling alias „Studio Stil“ verantwortlich.

Bereits der Soundtrack eröffnet dem Hörer eine akustische Abenteuerreise. Man fühlt sich förmlich im heißen Israel, sobald die ersten Klänge ertönen. Hier wird übrigens auch minimal recyclet. Stil verwenden Melodie-Elemente aus ihrer Hörspiel-Adaption von Kai Meyers „Die Vatikan-Verschwörung“, und das war eine gute Entscheidung. Denn durch diese Passagen wird die Atmosphäre noch düsterer und geheimnisvoller.

Bei vielen Stil-Hörspielen fungieren die Hauptdarsteller auch als Erzähler, beim „Jesus-Video“ gibt es einen eigenständigen Erzähler-Part. Till Hagen übernimmt diese Rolle. Timmo Niesner ist Stephen Foxx. Da ich die Story bereits kannte, empfand ich Niesners Stimme anfangs als zu fragil für den teilweise taffen Part des Abenteurers. Denselben Effekt nahm ich bei Maris Clarén als Yehoshua wahr, auch hier fehlt mir die stimmliche „Rauheit“. Aber dieses Gefühl legt sich nach den ersten paar Minuten, und Niesner und Clarén machen ihren Job gut. Trotzdem vielleicht nicht die Idealbesetzung. Antje von der Ahe wurde für die weibliche Hauptrolle Judith besetzt. Sehr gut gefällt mir Bodo Wolf als Industriemagnat Kaun. Friedhelm Ptok ist ein genial besetzter Professor Wilford-Smith. Und auch die anderen Stimmen passen prima zu den Rollen.

Fazit: Es ist überaus erfreulich, dass diese Story wieder zu Leben erweckt wird. Stil werden ihrem Ruf gerecht, ansprechende Hörspiele mit hochprofessionellem Sound zu produzieren. Die Kombination Stil / Eschbach passt perfekt zusammen. 

Auch der Folgeroman „Der Jesus-Deal“ wurde vertont, in einer eigenständigen, 4-teiligen Hörspiel-Miniserie. 
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