Atlas der abgelegenen Inseln - Ein musikalisches Hörstück von Thom Luz

Atlas der abgelegenen Inseln - Ein musikalisches Hörstück von Thom Luz Hot

Michael Brinkschulte   12. März 2017  
Atlas der abgelegenen Inseln - Ein musikalisches Hörstück von Thom Luz

Hörspiel

Hörspiellabel/Verlag
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
1
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Rückentext

Vor ein paar Jahren hat sich die Schriftstellerin und Buchgestalterin Hudith Schalansky aufgemacht, die Welt zu entdecken. Jede Küste, jedes Eiland ist betreten, vermessen und in Besitz genommen worden. Aber Judith Schalansky ist aufgewachsen als „Atlas-Kind“, ihre Liebe gilt den kartografischen Werken, die uns in Form einer ebenso abstrakten wie ästhetischen Darstellung die fernen Welten nahe zu bringen versuchen. Dabei ist sie bis an die Ränder des Erdkreises vorgestossen, zu fünfzig abgelegenen Inseln: „Inseln, auf denen ist nie war und niemals sein werde“. Inseln, die sich – weit entfernt von jeder Bounty-Romantik – aus der rauen See erheben, abweisend und karg die allermeisten. Und es haben sich auf ihnen schreckliche Begebenheiten zugetragen. Denn die Faszination der Entdecker verkehrte sich nur allzu oft in Entsetzen. „Das Paradies mag eine Insel sein“, schreibt Judith Schalansky. „Die Hölle ist es auch.“
 
Thom Luz hat diese Ambivalenz aufgenommen und sie in eine faszinierende musik-theatralische Installation übersetzt. Spielort war ein Jugendstil-Treppenhaus, die sogenannte „Cumberlandsche Galerie“ im Schauspielhaus Hannover. Hier sassen die Zuschauer auf drei Stockwerke verteilt, wie im Innern eines Luxusliners von vor hundert Jahren. Und sie wurden mitgenommen auf eine Reise, die vor allem auch eine Klang- und Hörreise war. Eine vielschichtige Komposition aus Stimmen, Geräuschen und musikalischen Fragmenten – wie nicht von dieser Welt.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,6

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?
 
Diese WDR/SRF Koproduktion greift auf die Stimmen von vier Sprechern zurück, die um ein ebenfalls vierköpfiges Musik-Ensemble ergänzt werden. Hinzu kommen Geräusche und es entstehen gemeinsam erstellte Klangkollagen.
Geliefert wird das Hörspiel in einem Digipack dessen Coverdarstellung sich auch im Innern unter dem Tray wiederholt. Auf der Rückseite des Coverdeckels sind die Sprecher- und Musikernamen sowie Produktionsinformationen abgedruckt.
 
 
Resümee:
 
„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ So zumindest heißt es einem alten Spruch zufolge. Und auch Judith Schalansky hat eine Reise getan, wenn auch auf der Landkarte. Und so werden im Hörstück nach der Ouvertüre unterschiedliche Inseln beschrieben und mit ihren Eigenheiten, geschichtlichen Eckdaten und dem Bodenmaß dargelegt. Klingt zunächst einmal einfach. Doch die Umsetzung als Hörstück ist deutlich komplexer, denn aus Sprechertexten, Musikeinspielungen und Geräuschen ergibt sich ein entdeckungswürdiges Gesamtbild. Erzählt werden historische Ereignisse, Anekdoten und mehr.
 
Ein interessantes Werk, das dem Hörer abverlangt sich konzentriert dem Geschehen und den Inhalten zu widmen. Eine Reise zu entlegenen Orten vom heimischen Sessel aus.
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