Der gute Gott von Manhattan

Der gute Gott von Manhattan Hot

Michael Brinkschulte   01. Juli 2015  
Der gute Gott von Manhattan

Hörspiel

Hörspiellabel/Verlag
Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
1
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Rückentext

In der New Yorker Central Station spricht die junge Jennifer den durchreisenden Jan an, der zurück nach Europa möchte. Aus dieser zuerst oberflächlichen Bekanntschaft erwächst eine intensive Liebesgeschichte. Jan möchte immer mit Jennifer zusammen sein und macht sich auf, seine Schiffskarte in die europäische Heimat zurück zu geben. In seiner Abwesenheit zerreißt eine Bombenexplosion die Geliebte in einem Hotel. Der Bombenleger ist der gute Gott von Manhattan. Vor Gericht verteidigt er sich, er habe diese Tat – und auch alle vorherigen – zum Schutz der bestehenden Weltordnung verübt. Diese sei durch Maßlosigkeit der Liebe zwischen Jennifer und Jan mehr bedroht gewesen als durch alle Ketzereien.

Das Hörspiel der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann erzählt die Geschichte einer unbedingten Liebe. Fritz Schröder-Jahn, der auch die Rolle des Richters spricht, hat ‚Der gute Gott von Manhattan‘ inszeniert. Die Kernhandlung – die Liebesgeschichte zwischen Jennifer und Jan – wird dabei durch die Rahmenhandlung – den Prozess – umkleidet und dabei in Rückblenden erzählt. ‚Der gute Gott von Manhattan‘ wurde wie zahlreiche weitere von Schröder-Jahn realisierte Hörspiele mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt es den Prix Italia. „Innerhalb der Grenzen aber haben wir unseren Blick gerichtet auf das Vollkommene, das Unmögliche, Unerreichbare, sei es der Liebe, der Freiheit oder jeder reinen Größe. Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“ (Auszug aus der Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, 1958)

Zu hören sind unter anderem Horst Frank (Baron de Lefouet in ‚Timm Taler‘), Hans Clarin (u.a. die Stimme von Pumuckl und Hui Buh), Karl Lieffen (‚Tadellöser‘ und ‚Wolff, Eins, Zwei, Drei‘), Mario Adorf (‚Die Gentlemen bitten zur Kasse‘, ‚Der große Belheim‘) und viele andere. Zahlreiche weitere Sender haben das Stück ebenfalls adaptiert (u.a. SWF, ORF, DRS oder der Rundfunk der DDR).

Ingeborg Bachmann (geboren 1926 in Klagenfurt, gestorben 1973 in Rom), studierte in Innsbruck, Graz und Wien Philosophie, Germanistik und Psychologie, arbeitete danach als Redakteurin beim Sender Rot-Weiß-Rot in Wien, dann als freie Schriftstellerin in München, Zürich und Rom. 1959/60 war sie Gastdozentin für Poetik in Frankfurt am Main. Die Autorin veröffentlichte Gedichtbände, Erzählungen, Romane und Hörspiele. Nach ihr ist der jährlich in Klagenfurt vergebene Ingeborg-Bachmann-Literaturperis benannt, eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
6,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?

Die Sprecher dieses Hörspiels entwickeln eine sehr intensive Stimmung. An der Produktion sind 19 Sprecher beteiligt. Alle Sprecher sind auf der Rückseite der Coverkarte verzeichnet.
Die CD mit knapp über 80 Minuten Spielzeit ist mit MP3-Tracks gefüllt. Eine eher ungewöhnliche Wahl bei einer solchen Spielzeit, sind doch viele Audio-CDs mit bis zu 90 Minuten Spielzeit gefüllt.
Das Coverartwork deutet Inhalte des Hörspiels an und passt gut.


Resümee:

Die Handlung dieses Hörspiels verlangt von Hörer ein aufmerksames Lauschen. Durch die stetigen Wechsel der Handlungszeit sowie des Ortes, wird eine intensive und immer wieder überraschende Story vermittelt.
Der Hörer bleibt am Ende beeindruckt und nachdenklich zurück. Ein Literaturhörspiel, das lange in den Archiven ruhte und nichts an seiner Brisanz verloren hat.

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