... und die Geisterlampe

... und die Geisterlampe Hot

Nico Steckelberg   20. Oktober 2012  
... und die Geisterlampe

Rückentext

Das gab es noch nie: 12 Mini-Fälle der "Die drei ???".
Die drei Autoren Kari Erlhoff, Hendrik Buchna und Marco Sonnleitner erzählen 12 kurze Geschichten, die die drei jungen Detektive aus Rocky Beach teilweise auch mal von ein paar ganz anderen Seiten zeigen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Sie sollten knackig und gewitzt sein und wir alle lieben sie: Kurzgeschichten! Bislang waren Die drei ??? immer auf lange Fälle hin ausgerichtet. Die jüngeren Bücher haben eine Standard-Seitenzahl von 126. Doch in den letzten Jahren wurde man experimentierfreudiger, siehe „Der DreiTag“ oder die Mitmach-Fälle. Mit „Die drei ??? und die Geisterlampe“ haben sich Kari Erlhoff, Marco Sonnleitner und Hendrik Buchna erstmals daran gemacht, knackige Shortstorys über die drei Detektive zu verfassen. Herausgekommen sind kleine und feine, teilweise aber auch experimentelle Geschichten.

Kari Erlhoff beispielsweise lässt Peter und Kelly im „Gates Hotel“ absteigen, das gewaltig an Alfred Hitchcocks Psycho-Inszenierung erinnert. Hendrik Buchna lässt Justus, Peter und Bob gegen den Weihnachtsmann ermitteln. Während sich diese Fälle jedoch als realistisch fundiert auflösen, geht Marco Sonnleitner einen Schritt weiter und spielt mit dem Element Zeit. Einerseits schickt er Justus mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit, andererseits beschreibt er eine Episode, in der die drei Detektive alte Herren sind und für ihr Lebenswerk geehrt werden.

Ob man das experimentelle Element nun mag oder nicht – ich finde die Kurzgeschichten gelungen. Denn selbst wenn die eine oder andere Story mal nicht gefällt, sind noch genügend andere Fälle dabei. Kurzweilig und schnell gehört für Zwischendurch.

Die Umsetzung bietet ebenfalls ein Novum. Die Titelmelodie ist jeweils gekürzt, damit alle Fälle ihren Platz auf den drei CDs finden. Es gibt jedoch auch drei astreine Lesungen zwischen den Kurzhörspielen. Jeweils Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck (Peter) und Andreas Fröhlich (Bob) erzählen eine Geschichte allein. Das sind nicht immer nur „reine“ Lesungen. Insbesondere Andreas Fröhlichs Solo ist durchzogen von schauspielerischen Einlagen und so mancher Wutattacke. Auch Versprecher dürfen verwendet werden, er umschifft sie galant und gewitzt.

Alle anderen Sprecher sind ebenfalls ordentlich. Die Qualität der Hörspiele ist auf gewohntem Drei ???-Niveau. Die Soundtracks gefallen mir gut, viele ältere Orchesterstücke kommen vermehrt zum Einsatz, was für nostalgische Augenblicke sorgt.

Das Artwork von Silvia Christoph weiß ebenfalls zu überzeugen: Jeder Fall hat sein eigenes abgewandeltes Covermotiv. Das Gesicht des Dschinns aus der Titelstory wird dabei ausgewechselt durch Abbildungen von jeweils anderen zentralen Storyelementen.

Experiment gelungen.

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