...und der Mord am Telefon

...und der Mord am Telefon Hot

Nico Steckelberg   25. Mai 2015  
...und der Mord am Telefon

Rückentext

Tim Denham bricht nach Las Vegas auf, um seinen Sohn Leo zu besuchen. Doch bei seiner Ankunft erwartet ihn eine schreckliche Überraschung: Leos Verlobte ist ermordet worden - und sein Sohn der Hauptverdächtige! Kann Tim dessen Unschuldsbeteuerungen glauben? Von England aus unternimmt Lady Bedfort alles, um ihn bei der Suche nach der Wahrheit zu unterstützen...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
6,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,2

Viva Las Vegas! Wobei „Viva“ etwas irreführend ist, denn Folge 80 von Lady Bedfort beginnt mit einem tragischen Todesfall. Tim Denham, der zur Hochzeit seines Sohnes nach Las Vegas angereist ist, wird Zeuge, wie sein Sohn offenbar soeben seine künftige Frau umgebracht hat. Was ist hier los? Tim ermittelt. Gegen seinen eigenen Sohn. Und mit Rat und Tat zur Seite – allerdings am Telefon – steht ihm Lady Bedfort in der englischen Heimat.

Was für ein Skript! Mir gefallen die vielen tiefgehenden Emotionen, die Achterbahnfahrt – war er es, war er es nicht? Die Dialogszenen zwischen Jürgen Kluckert (Tim) und seinem Sohn Leo, gesprochen von Björn Schalla, sind großartig und haben so manches Mal Gänsehaut-Charakter. Auch wenn Isabella Grothe als Lady Bedfort ihren Freund Tim zu klaren Gedanken auffordert, beweist das Skript seine dramaturgische Reife. Enorm enttäuschend finde ich (und ich versuche dabei so wenig Spoiler wie möglich zu kreieren), dass das Happy End so unfassbar happy ist, dass die ermordete Person vollkommen in den Hintergrund tritt. Niemand geht feiern, wenn kurz zuvor ein geliebter Mensch ermordet wurde. Einziger Ausreißer in dieser Folge, der Rest ist top geschrieben und gesprochen.

Der Soundtrack beginnt mit einem düsteren Rock-Theme, was so gar nicht zu einem „klassischen England-Krimi“ passen mag, aber die Besonderheit dieser Folge heraushebt. Ich bin der Meinung, was die Keyboardsounds des Scores angeht, ist hier noch einiges an Luft nach oben möglich. Die Sprachaufnahmen und Hintergrundatmos klingen so brillant, und dann kommt der oft dumpf klingende Soundtrack daher und verfälscht den hochprofessionellen Eindruck, der durch die anderen Elemente des Hörspiels erweckt wird.

Nach einigen Folgen Pause ist „Mord am Telefon“ mein neuer Wiedereinstieg in die Serie. Isabella Grothe habe ich zuvor noch nicht als Lady Bedfort hören dürfen, sie gefällt mir jedoch ausnehmend gut, wenngleich sie in dieser Folge nur am Telefon zu hören ist. Trotzdem kann sie mich überzeugen, und ich habe sie direkt als Nachfolgerin von Margot Rothweiler akzeptiert.
Das neue Layout der Serie gefällt mir ebenfalls richtig gut. Es hat diesen gewissen „Regionalkrimi-Charme“, und das passt richtig cool zur Serie.

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