... und das perfekte Verbrechen

... und das perfekte Verbrechen Hot

Nico Steckelberg   22. Januar 2017  
... und das perfekte Verbrechen

Rückentext

Spencer Clarke ist am Ende. Als ihn sein langjähriger Freund und Geschäftspartner Jimmy Arrell einfach abserviert, steht der Texter vor den Trümmern seiner Existenz. Mittels eines raffinierten Planes bringt er Arrell um und begeht dabei scheinbar den perfekten Mord. Selbst Lady Bedfort kann ihm nichts nachweisen, obwohl sie ihn in Verdacht hat. Doch dann stellt sich Clarke ein gänzlich unerwartetes Problem, und die Ereignisse nehmen eine dramatische Wendung...

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,2

Kennen Sie noch die guten, alten Columbo-Krimis? Gleich in den ersten Szenen erfährt man dort, wer der Mörder ist und welches Motiv er hatte. Und dem Ermittler muss es gelingen, die nötigen Beweise zu finden, gern auch mal die Mordmethode. In den Siebziger- und Achtzigerjahren war die Serie der Renner, und das Prinzip funktioniert noch heute. Denn die 95. Episode von Lady Bedfort beginnt fast so wie ein Columbo-Krimi, und die scharfsinnige, kriminalistische Lady versucht die Fäden zusammen zu bringen. 
 
Sicherlich ist diese für die Serie sehr alternative Erzählweise ein kleines Experiment der Autoren Marc Freund und Dennis Rohling. Man darf sagen, dass es geglückt ist, denn es überrascht den Stammhörer enorm und man freut sich, dass auch nach 95 Folgen immer noch neue Ideen da sind.  Vor allem wird mit jeder weiteren Episode deutlicher, dass es neben der aktuellen fallgetriebenen Handlung immer mehr Rahmenhandlung gibt, und genau das macht ja die Serienblockbuster unserer Zeit aus. Während in den Siebzigern „Columbo“ zu 100% fallbezogen erzählt wurde, erleben wir in topaktuellen TV-Serien wie „Goliath“ oder „Bosch“, dass die Charakterentwicklung mindestens so viel Stellenwert erlebt wie die vordergründige Geschichte. Und was im TV funktioniert kann für ein Hörspiel nicht falsch sein.
 
Die Sprecher gefallen wieder einmal gut. Michael Baral als Spencer Clarke spielt solide, hinterlässt jedoch nicht viel an greifbarer Erinnerung nach dem Ende. In weiteren Nebenrollen hören wir unter anderem Thomas Petruo und den immer wieder erquickenden Markus Pfeiffer, wohingegen Karen Schulz-Vobachs Interpretation der Odette eher anstrengen anzuhören war. Aber das ist vermutlich Geschmackssache. 
 
Soundtrack und auch die Coverillustration sind sehr stimmig. Wer einmal einen besonderen Fall der Serie erleben möchte, dem sei „Das perfekte Verbrechen“ wärmstens empfohlen. Aber auch so empfiehlt es sich, weiterzuhören, um dem weiteren Verlauf der Rahmenhandlung folgen zu können. Nummer 100, wir kommen näher!
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