Miss Lizzie Hot

Michael Brinkschulte   15. November 2015  
Miss Lizzie

Rückentext

„Lizzie Borden mit dem Beile, hackt Mama in vierzig Teile. Das Ergebnis freut sie sehr, bei Papa wird´s ein Teilchen mehr.“ Neuengland in den 1920er Jahren. Die junge Emily verbringt mit ihrem Vater, ihrem Bruder William und der strengen, ungeliebten Stiefmutter Audry die Sommermonate in einem kleinen Ort an einem See. In direkter Nachbarschaft wohnt die berüchtigte Miss Lizzie. Fast dreißig Jahre ist es her, dass Lizzie Borden von der Anklage, ihre beiden Eltern bestialisch ermordet zu haben, freigesprochen wurde. Jedes Kind in der Gegend kennt den makabren Abzählreim von der beilschwingenden Lizzie. Doch Emily lernt ihre Nachbarin als eine zwar eigensinnige, aber doch sehr liebenswürdige Frau kennen. Dann erschüttert ein Mord das Urlaubsidyll. Emily entdeckt ihre tote Stiefmutter brutal zugerichtet auf dem Bett des Gästezimmers. Das Mordwerkzeug scheint ein Beil gewesen zu sein ...

Die Journalistin und Hörspielregisseurin Irene Schuck bearbeitete und inszenierte das zweiteilige Kriminaldrama 1998 nach einem Roman von Walter Satterthwait für den Bayrischen Rundfunk. Seit 1987 ist Irene Schuck als Regisseurin für diverse ARD-Stationen tätig. Unter ihrer Regie entstanden grandiose Hörspieladaptionen wie Truman Capotes „Kaltblütig“, „Der Kammerjäger“, Claudia Piñeiros „Ganz die Deine“, A.L. Kennedys Trinkerdrama „Paradies“, „Treffen sich zwei“ oder Ryan David Jahns „Ein Akt der Gewalt“. Der Autor Walter Satterthwait entwirft in seinen Romanen nicht nur fiktive Charaktere. Immer wieder greift er reale Personen der 20er Jahre auf, darunter Ernest Hemmingway, Oscar Wilde, Gertrude Stein, Harry Houdini oder eben auch Lizzie Borden. Die Morde an Andrew und Abby Borden, Vater und Stiefmutter von Lizzie, zählen zu den bekanntesten Kriminalfällen Amerikas und wurden bis heute nicht vollständig geklärt. Trotz vieler Indizien wurde die unter Verdacht stehende Lizzie auch aufgrund der Arbeit ihres berühmten Verteidigers freigesprochen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,4

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?

Auf einer MP3-CD ist die aus dem Jahr 1998 stammende Produktion von Bayern 2 zu finden. Die Spielzeit beträgt fast 110 Minuten. Stimmlich und tontechnisch hervorragend umgesetzt, wird eine gelungene Atmosphäre geschaffen, die den Hörer in die Handlung hinein zieht.
Die Coverkarte, deren Frontseite ein gut zum Inhalt passendes Bild zeigt, beinhaltet auf der Rückseite die Sprecherliste.


Resümee/Abschlussbewertung:

Dass aus einem Verbrechen abgeleitet ein makaberer Abzählreim entsteht, findet sich in unterschiedlichen Genres von Horror bis Krimi immer mal wieder. Eines der bekanntesten des Horror-Genres ist wohl der aus Was Cravens ‚Nightmare on Elmstreet‘ über Freddy Krüger.
Im Vorliegenden Hörspiel bezieht sich der Spruch auf die Gewalttat, die Lizzie Borden dereinst verübt haben soll. Doch sie wurde freigesprochen. Aber noch heute hängt ihr die vermeintlich begangene Tat nach. Und so wird 30 Jahre später in einem neuen Fall erneut ein Verdacht geschürt.

Die Handlung dieses Hörspiels weiß auf ganzer Linie zu punkten. In sich schlüssig, wird ein Fall aufgebaut, der durch die guten Sprecher zu einem Hörvergnügen wird. Spannung und Finesse treffen aufeinander.

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