Goldagengården (Teil 1, 2 und 3)

Goldagengården (Teil 1, 2 und 3) Hot

Nico Steckelberg   01. November 2010  
Goldagengården (Teil 1, 2 und 3)

Rückentext

Der schwedische Millionär und Kunstsammler Peer Johannesson geht bei einem Kanuausflug auf dem Skatelövfjorden über Bord. Wahrscheinlich ein Herzinfarkt. Aber die Leiche wird nicht gefunden. Johannessons Anwalt handelt ungewöhnlich schnell und lädt noch am Tag des Unfalls - ohne Wissen der Witwe - vier Männer nach Växjö zur Testamentseröffnung ein. Als drei dieser "Erben" tags darauf eintreffen, ist der Anwalt tot und das Testament unauffindbar …

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
10,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,8

Peer Johannesson ist tot, seine Leiche unauffindbar. Der bekannte Kunstliebhaber hat in seinem Testament drei Erben vorgesehen. Aus verschiedenen Teilen Europas kommen sie nach Schweden, um der Testamentseröffnung beizuwohnen. Doch das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft, ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Doch das ist viel gefährlicher als es zunächst klingt. Denn jemand hat einen eiskalten Killer beauftragt, der nach und nach alle Beteiligten umzubringen droht.

Marco Göllner hat sich in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten Hörspiel-Macher entwickelt. Seine Serie „Dorian Hunter“ ist inzwischen sehr etabliert und seine Vertonung von Kai Meyers Roman „Die Geisterseher“ konnte auf allen Ebenen Punkten.

Mit dem abgeschlossenen Neunteiler-Hörspiel „Goldagengården“ geht Göllner neue Wege mit bekannten Erfolgsfaktoren. Er mischt Rätsel à la drei ??? mit dem Tempo eines Dan Brown-Thrillers und setzt die bekanntesten Hörspielstimmen Deutschlands ein. Stellenweise muss ich zugeben, macht es auf mich den Anschein, als bestünde das gesamte Hörspiel aus Cliffhangern zum nächsten Kapitel. Die Schnitte erscheinen mir ein wenig hektisch, sprich: eine Szene dauert oft zu kurz als dass man sich in ihr wohlfühlen könnte. Es tauchen automatisch wackelige Kameraszenen à la Jason Bourne vorm inneren Auge auf.

Die Sprecher sind wie bereits erwähnt allesamt sehr bekannt. Allerdings missfällt es mir doch ein wenig, dass Andreas Fröhlich, Oliver Rohrbeck, Sven Plate und viele andere extrem kurze Nebenrollen haben (oft nur ein oder zwei Sätze). Natürlich muss man sich die Frage erlauben lassen, ob es hier ausschließlich darum geht, bekannte Namen als Verkaufsargument auf den CD-Rücken zu schreiben.

Das hat die Serie überhaupt nicht nötig, denn „Goldagengården“ ist wirklich spannende Hörspielunterhaltung. Der Soundtrack besteht ausschließlich aus Timpani-/Drum-Loops, die zusätzlich die Action fördern. Als Hauptsprecher kann man Marco Göllner persönlich nennen, er hat eine tolle Hörspielstimme. Der inzwischen verstorbene Gerlach Fiedler hat ebenfalls eine tragende Rolle. Philipp Moog kommt ebenfalls gut an. Peter Schiffs Rolle als Polizeichef ist mir charakterlich zu stark überzeichnet, da kann der gute Mann gar nichts dafür, wenn er ab und an ein wenig „albern“ herüber kommt. Wenn auch nur enorm selten zu hören, hat Udo Schenk hier eine Paraderolle als Auftragskiller.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit der Serie weitergeht. Bis jetzt sind die Elemente und handelnden Personen bekannt, aber mir fehlt noch so ein bisschen die Sichtbarkeit des roten Fadens in der Story. Wir brauchen einfach mehr von solchen Serien: Nach einigen Folgen in sich abgeschlossen, spannend und temporeich geschrieben, professionell mit guten Sprechern und einem „pushenden“ Soundtrack umgesetzt. Damit könnte man das Medium Hörspiel sicherlich wieder interessanter für die breite Masse machen. Also: Mehr davon!

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