Die Rache des Untoten

Die Rache des Untoten Hot

Nico Steckelberg   31. Januar 2016  
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Rückentext

Bob soll ein Vermögen erben! Nur hat er von seinem Wohltäter noch nie etwas gehört. Schnell stellt sich heraus, dass auch andere Menschen ein ähnliches Schreiben erhalten haben.
Die drei ??? brechen gemeinsam mit ihnen zu einer Reise auf. Ihr Ziel: Eine verlassene Hütte im „Tal der Klapperschlangen“. Plötzlich verschwindet eine junge Frau und es wird klar:
Jemand hat es auf die Reisegruppe abgesehen…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
5,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,4

Gibt es einen Grund dafür, weshalb ich fast jede Rezension zu einem Marco-Sonnleitner-Fall der drei ??? mit dem Wort „Eigentlich“ beginnen möchte? Ich fürchte, ja. Denn eigentlich ist der Einstieg in den Fall ziemlich gelungen. Es geht um ein geheimnisvolles Testament, bei dem Bob Andrews von einem fremden Gönner bedacht wird. Aber das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft: Alle Erben – Bob ist nicht der einzige – müssen gemeinsam mit einem Bus zu einem einsam gelegenen Blockhaus fahren um dort ein Rätsel zu lösen. Doch scheinbar gibt der Verstorbene auch aus dem Jenseits neue Rätsel auf. 

Die Folge ist ganz prima umgesetzt. Ein ziemlich großes Ensemble führt durch die Story, darunter Claus Wilcke, Catrin Owerfeldt, Martin Paas, Nicolas König und Heiko Wohlgemuth, welcher mir besonders gut gefiel. Auch mit von der Partie: Sascha Gutzeit, der früher die „Rocky Beach Radio Show“ vertonte und heute regelmäßig mit seinem Bühnenprogramm um „Kommissar Engelmann“ auf Tour ist. Auch Achim Schülke, der „Onkel Titus“ aus den Drei ??? Kids, ist hier als Busfahrer mit an Bord. 

Geräusche und Musik gefallen mir echt gut. Und grundsätzlich bin ich ein Freund davon, dass die drei Detektive mal wieder raus in die Natur kommen.

Ich sehe nur bei diesem Fall – so wie bei vielen anderen Fällen des Autors Marco Sonnleitner – das Problem des guten Starts und der schlechten Auflösung. Die Motive sind alles andere als ausgegoren, viele interessante Handlungsstränge oder mögliche Motive werden aufgebaut, aber nicht weiter verfolgt. Es entsteht der Verdacht, dass der Autor zu Beginn seiner Geschichten eine tolle Idee hat, aber erst während des Schreibens überlegt, wie die Geschichte am Ende wohl ausgehen könnte. Das führt dazu, dass vieles unausgegoren wirkt. Ohne spoilern zu wollen – die „Bösen“ betreiben hier einen Megaaufwand für etwas, das sie viel einfach hätten lösen können. In diesem Fall ist das Motiv leider nichts anderes als ein klassischer „Deus Ex Machina“ um die drei ??? zu beschäftigen. Und weder ein Untoter noch eine Rache spielen am Ende des Falls irgendeine Rolle. Sehr schade. 
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