Die feurige Flut Hot

Nico Steckelberg   25. August 2011  
Die feurige Flut

Rückentext

Ein schwerer Fluch lastet auf Allie Jamison, einer alten Bekannten der drei ???. Jedenfalls ist sie davon überzeugt. Schon in der nächsten Vollmondnacht soll etwas Schlimmes geschehen! Es gibt nur einen Ausweg: Justus, Peter und Bob müssen ein alchemistisches Rätsel lösen - in nur 24 Stunden. Ihre fieberhaften Ermittlungen führen die drei Detektive in eine Welt von Zauberern und Wahrsagern. Als Justus jedoch in einen Hinterhalt gelockt wird, ist klar: Dieser Fall ist lebensgefährlich!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
8,0

Ui ui ui, das hätte aber ins Auge gehen können. Hatte Marco Sonnleitner bei der letzten Folge der drei ??? noch den Erzrivalen Skinny Norris völlig unnötiger Weise „aus dem Hut“ gezaubert, ohne ihn sinnvoll in die Story zu integrieren, traut sich nun Jungautorin Kari Erlhoff daran, einer weiteren altbekannten Figur aus dem Drei ???-Universum neues Leben einzuhauchen: Allie Jamison, bekannt als das Mädchen mit dem Pferd aus den Fällen „Singende Schlange“ und „Silbermine“. Und genau wie in dem ersten genannten Klassiker-Fall geht es auch bei „Die feurige Flut“ um übernatürliche Phänomene. Denn Allie, die sich nunmehr im Umfeld einiger Esoteriker aufhält, wurde mit einem Fluch belastet, der schon bald ihr Leben kosten soll. Und so bleibt den drei ??? nicht viel Zeit den Fall zu lösen.

Positiv an diesem Fall ist die Tatsache, dass die Rückkehr von Allie nicht platt oder „gewollt“ daherkommt. Das alles wirkt schon recht rund. Hier und da trumpfen die Sprecher ein bisschen dick auf, wenn es darum geht, die Esoteriker heraushängen zu lassen. Aber das geht schon in Ordnung. Der Fall ist interessant, ihm fehlt vielleicht ein bisschen Tempo. Und es handelt sich einmal mehr um einen Sprach-Rätsel-Fall, genau wie der Vorgänger „Grusel auf Campbell Castle“. Mir wäre eine kleine Abwechslung zwischendurch lieber gewesen. Wer den Fall „Singende Schlange“ kennt und mag, wird viele kleine Querverweise finden (z. B. „Was riecht denn hier so nach Pferd?“ oder die Erwähnung des fehlenden „Hausmanns“).

Schön ist’s auf jeden Fall, Katrin Fröhlich in ihrer Rolle als Allie wiederzuhören. Zwischen diesem und ihrem letzten Einsatz sind schon ein paar Jährchen vergangen. Das kann man natürlich auch hören. Aber das macht gar nichts, denn sie reiht sich prima in die Juniordetektive mit den überaus erwachsen Stimmen ein.

Die anderen Sprecher sind wie bereits kurz erwähnt teilweise ein wenig überspielt, was sicherlich genauso gewollt ist und reine Geschmackssache. Die Geräusche sind stimmig und sorgen für eine recht dichte Gesamtatmosphäre.

Sehr schade fand ich nur, dass der Titel des Falls eigentlich nur in einer im Nachhinein vergleichsweise harmlosen Situation eine Rolle spielt. Die Story hätte so viele gute Titelmöglichkeiten geboten. Gut wiederum gefällt mir die Umsetzung des Covers.

Fazit: In Kari Erlhoffs drittem Fall wagt sie sich gleich an die Klassiker-Folgen heran. Das macht sie mit viel Feingefühl ohne die klassischen Fälle dabei schlicht kopieren zu wollen. Völlig überzeugt hat mich der Fall jedoch nicht.

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