Auf gute Nachbarschaft

Auf gute Nachbarschaft Hot

Nico Steckelberg   17. Juli 2011  
Auf gute Nachbarschaft

Rückentext

Nach dem Tod seiner Eltern fällt der Schriftsteller Hank Lewis in ein tiefes Loch. Bis ein mysteriöser Fremder in das Nachbarhaus einzieht. Hank hat von nun an keine ruhige Minute mehr. Der neue Nachbar scheint ihm nachzustellen und schreckt auch nicht vor Gewalt zurück. Was ist das Motiv des Fremden? Während eines Unwetters kommt es zum grauenvollen Finale …

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
7,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,0

Kennen Sie noch den Werbe-Slogan „…dann klappt’s auch mit dem Nachbarn“? Bei Hank Lewis klappt gar nichts, erst recht in Bezug auf seinen Nachbarn. Kürzlich sind Hanks Eltern gestorben, Hank nahm ihren Hund bei sich auf. Und sein neuer Nachbar Elan Whisk mag keine Hunde. Die Situation eskaliert. Doch der Hund ist nicht das letzte Opfer einer verbesserungsfähigen Nachbarschaft. Das Ende kommt mit einem großen Knalleffekt daher.

Die erste Folge einer neuen Serie eines neuen Labels! Hörspiel-Kritiker „Captain Blitz“ alias Patick Holtheuer versucht sich erstmals auf „der anderen Seite“ der Stereoboxen und liefert mit seiner Serie „Mindnapping“ unter dem Labelnamen „Audionarchie“ eine Reihe von Thriller-Hörspielen ab. Die Idee entstand gemeinsam mit Marcus Görner („Hell Patrol“), der auch verantwortlich für das Skript der ersten Folge zeichnet.

Den Auftakt macht „Auf gute Nachbarschaft“, das vor allem durch seine hervorragenden Hauptdarsteller überzeugt. Sascha Rotermund und Jan-David Rönfeldt (alias „Strom-Tom“ aus Dodo) geben sich die Ehre als rivalisierende Nachbarn in einem Psychokrieg mit Eskalationspotenzial. Tolle Sprecherleisung! Sie helfen auch den noch etwas holprigen Dialogszenen über die Runden. Sprecherinnenlegende Reinhilt Schneider gelingt das nicht so gut, sie wirkt bei ihrem Text oftmals hölzern und unnatürlich, was meines Erachtens wie gesagt an den Dialogen an sich liegt, sie wirken stellenweise aufgesetzt. Für mich müsste auch nicht so oft geflucht werden, aber das ist Geschmackssache.

Dass das Ende der Geschichte nicht so unvorhersehbar ist, wie man es sich erhofft, ist leicht verkraftbar, denn unterm Strich funktioniert das Hörspiel ganz okay: Die Schock-Effekte sitzen, die Atmosphäre ist bedrückend düster, die Hauptrollen sitzen. Zu erwähnen seien da noch die kleinen Side-Kicks auf andere Serien, Labels, Figuren etc. aus dem Hörspielumfeld (z. B. Zitat: „Ich bin doch keine Psychothriller GmbH“, oder eine Szene, in der Konrad Halver einen kurzen scherzhaften Verweis auf Winnetou macht. Halver selbst war jahrelang Sprecher der Winnetou-Hörspiele).

Der Soundtrack von Dirk Hardegen ist in Ordnung. Nicht zu viel Melodie, viel Elektronik, das passt ganz gut, dürfte aber gern etwas mehr sein. Die Geräusche sind ordentlich geworden. Ebenso die Aufmachung, die ein stimmiges Seriendesign offenbart.

„Auf gute Nachbarschaft“ ist zwar nicht der Auftakt mit Knalleffekt, aber doch ein hervorragender Start in eine spannende Serie, die Folge für Folge einen neuen, in sich abgeschlossenen Psycho-Schocker präsentieren wird.

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