Die Ferienbande und das bumsfidele Geisterschiff

Die Ferienbande und das bumsfidele Geisterschiff Hot

Nico Steckelberg   01. August 2009  
Die Ferienbande und das bumsfidele Geisterschiff

Rückentext

Aller guten Dinge sind drei! Folglich muss die Ferienbande schnell noch ein viertes Abenteuer bestehen. Dank Babsis überwältigendem Sexualtrieb schlittern unsere Helden in ein mysteriöses Rätsel: ein unheimliches Geisterschiff plagt eine reiche und selbstverständlich exzentrische Industrielle. Die Bande folgt der Spur des unheimlichen schwarzen Piraten – und gibt auf hoher See genau so ein armseliges Bild ab wie an Land. Bernd früher genannt Beate stürzt von einer Sinnkrise in die nächste, Bröckchen muss sich der harten, oder in seinem Fall, schwabbeligen Realität stellen und der doofe Kö-.. also, Bambi, droht zu ertrinken. Baul hat alle blassen Hände voll zu tun, unsere Helden bei der Stange zu halten in diesem Fall, bei dem auch die Polizei macht- und lustlos scheint. Doch ob gruselige Schiffe, dunkle Höhlen oder finstere Verließe, die Ferienbande wird man so schnell nicht los. Und so stolpern unsere Freunde in einen Showdown, der sich gewaschen hat. Im Gegensatz zu den auftretenden Hängebauchschweinen. Übrigens: bei dieser Produktion wurde keinem Tier ein Leid zugefügt. Na gut. Außer Bambi.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
7,6

Diesmal treibt es Bernd (früher genannt Beate), Baul, Billy alias Bröckchen, Babsi und Bambi den Hund auf das „bumsfidele Geisterschiff“. Die Ferienbande – schon in den ersten drei Folgen bekannt geworden als hemmungslose Jugendserien-Persiflage – nimmt diesmal mehr die Gruselhörspielserien aufs Korn. Alles beginnt mit einer biederen Grusel-Episode in einem Herrenhaus. Mit bewusst altertümlicher Sprache und unnatürlichen Vergangenheitsformen in den Dialogen macht man hier zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem fiesen Geisterseeräuber.

Und auch ansonsten gibt es zahlreiche Veräppelungen, die teilweise nur eingefleischten Hörspielfans auffallen dürften, weil es echte „Insider“ sind. Die männlichen Hauptsprecher werden von Kai Schwind und Sven Buchholz gesprochen. Chris Peters unterstützt die beiden in ihrer Rolle als Babsi. Da die Sprecher sehr nervtötend überzogen vorgetragen werden, dauert es ein wenig, bis mal den Zugang gefunden hat, dann aber ist es wieder einmal eine sehr runde und unterhaltsame Folge. Es gibt auch diesmal wieder jede Menge hervorragender Gastsprecher, u.a. Jens Wawrczeck in einer erwachsenen und ernst gelaunten Rolle, Dietmar Wunder als deutsche Synchronstimme von Sigbjörn, dem Norweger, Simon Jäger als Zöllner und Pizzabote, Oliver Kalkofe als sadistischer und politisch inkorrekter Sportlehrer, K. Dieter Klebsch als „der schwarze Pirat“. Dann hört man noch Gisela Fritsch, Reinhild Schneider und einige andere Sprecher in Gastrollen. Also ein rundum namhaftes Ensemble. Besonders der Erzähler Matthias Keller ist hervorragend!

Der Soundtrack orientiert sich sehr stark an den „auf den Arm genommenen“ Serien. Zu Anfang gibt es eine typische Grusel-Hörspiel-Atmo und nachher dann die Interpretation eines klassischen Carsten-Bohn-Europa-Soundtracks (sehr liebevoll!). Auch die Derrick-Titelmelodie darf beim Erscheinen des Kommissars Tappert nicht fehlen.

Fazit: eine kurzweilige Comedy-Hörspielfolge für alle Freunde der klassischen Detektiv- und Gruselserien. Es gibt bei jedem Hören wieder etwas Neues zu entdecken.

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