Teutobochus Hot

Nico Steckelberg   17. Oktober 2013  
Teutobochus

Rückentext

Es war der April des Jahres 1782. Während der zurückliegenden Wochen war meine seelische Verfassung von der Tatenlosigkeit, zu der ich verdammt war, zermürbt worden. Ich befand mich in einem Zustand der Verwahrlosung, als sich endlich eine neue Spur auftat. Wir hatten die Bärbel Glatzeder, das ehemalige Hausmädchen der Marschalls, aufgespürt. Würde sie uns sagen können, wohin die verschwundene Franziska verschleppt worden war? Doch sie lag schwerkrank darnieder, und ich hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mich eine seltsame Vision ereilte: Ich sah Franziskas Entführung vor meinen eigenen Augen - ganz so, als ob ich leibhaftig dabei gewesen wäre. Ich sah die finsteren Mönche mit ihren scharfen Sicheln, und ich sah ein merkwürdiges Symbol auf ihren Unterarmen... Was wollte es mir sagen? Ich kam nicht dahinter, bis mein Freund Amadeus eine entscheidende Entdeckung machte…

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,2

Ich habe irgendwie eine Folge übersprungen bei den Amadeus-Hörspielen, aber kein großes Problem, denn Episode 6 („Teutobochus“) ist eine eigenständige und in sich abgeschlossene Erzählung. Die Serie ist seiner Gattung natürlich treu geblieben. Das Rückgrat der Story stellt ein Geflecht aus Entführungsfall, Visionen und Hellsichtigkeit sowie ein klein wenig Verschwörungstheorie. Das Ganze wie immer vor dem historischen Hintergrund des späten 18. Jahrhunderts. Gewürzt wird all das mit der speziellen Prise Humor, den die Hörspielreihe seit der ersten Folge auszeichnet. Autor Sebastian Weber hat hier einen richtig guten Job gemacht. Ich fühlte mich passagenweise an die Grimm-Romane von Kai Meyer erinnert, die allerdings auf die Humorschiene verzichten. „Amadeus“ steht dies jedoch sehr gut zu Gesicht.

Die Stimmung des Hörspiels ist ganz Klasse. Dennis Rohling und Michael Eickhorst haben die verschiedenen Ebenen des Skripts prima im „Sound and Feel“ dieser Folge eingefangen. Die Musik passt einfach gut und auch die Sprecherwahl spricht für sich. Neben dem „gesetzten Stammquartett“ Tim Knauer, Kim „J. D.“ Hasper, Luisa Wietzorek und Jürgen Kluckert (der allein durch seine von düsterer Musik untermalten Stimme immer wieder waschechte Gabriel-Burns-Atmosphäre aufkommen lässt) haben sich mehr als eingespielt. Auch die große Anzahl an Nebenrollen wurde ordentlich und teilweise prominent besetzt. So hören wir Chris Murray als Kaiser Joseph II, Christine Pappert als die entführte Franziska Marschall und Roland Hemmo als Kommissar Abel. Dass renommierte Sprecher wie Marie Bierstedt und Markus Pfeiffer für die Nebenrollen ausgewählt werden, zeigt, dass der Hörplanet hier kein Budgetmanagement auf Kosten der Qualität betreibt. Wohl eher das Gegenteil ist der Fall. Auch das neue Coverkonzept spricht mich an. Statt auf Bilddatenbanken greift man nun auf Auftragsarbeiten zurück. Das Artwork von Alexander von Wieding kann sich sehen lassen.

Fazit: Ich fühlte mich von vorn bis hinten gut unterhalten, auf jeder der vier Ebenen: History, Comedy, Mystery und Crime(ry). Das muss man erst mal hinbekommen. ;-)

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