Die Affaire Winckelmann - Nach einem Kriminalfall aus den Jahr 1768

Die Affaire Winckelmann - Nach einem Kriminalfall aus den Jahr 1768 Hot

Michael Brinkschulte   20. Mai 2017  
Die Affaire Winckelmann - Nach einem Kriminalfall aus den Jahr 1768

Rückentext

Johann Joachim Winckelmann, 1717 im altmärkischen Stendal geboren, galt Mitte des 18. Jahrhunderts als die europäische Kapazität in Sachen antiker Kunst. Ein auch in Rom hochangesehener Mann, hatte er seit 1763 die Oberaufsicht über die klassischen Altertümer inne. Im April 1768 trat er eine längere Deutschlandreise an, brach sie jedoch ab und fuhr von Wien, wo er von der Kaiserin empfangen worden war, zurück nach Triest, um von dort nach Venedig überzusetzen.
Im Hotel Grande abgestiegen, fällt er eine Woche nach seiner Ankunft einem Mordanschlag zum Opfer. Sein Mörder – schon bald ergriffen und überführt – heißt Francesco Arcangeli. Der Mann, einunddreißig und, wie sich zeigt, mit beachtlicher krimineller Vergangenheit, hatte im selben Hotel gewohnt und mit Winckelmann viel Zeit verbracht. Am 20. Juli bereits wird er öffentlich hingerichtet – als Raubmörder, wie es im Urteil heißt. Doch die Gerüchte um Winckelmanns Tod sind bis heute nicht verstummt. Hatte die Tat ihre Wurzeln im Stricher- und Homosexuellen-Milieu? Oder wollten die Jesuiten geheimer Depeschen habhaft werden, die Winckelmann vom Habsburger Hof gewissen Kurienkardinälen zuleiten sollte, denen ein paar Jahre später tatsächlich das Verbot des Jesuiten-Ordens gelang?

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
9,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,6

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?
 
Die vorliegende Hörspielumsetzung des MDR gemeinsam mit dem ORF entstand bereits 2009 für das Radio. Die Besetzung der Rollen ist äußerst gelungen, werden die Charaktere doch mit markanten Stimmen besetzt. So zum Beispiel Walter Kreye als Zanardi, Jürgen Hentsch als Erzähle, Rolf Hoppe als Kardinal oder Angelica Domröse als MarQuesa, um nur einige der 17 Sprecher herauszustellen.
Im Booklet findet der Hörer die Sprecherliste nebst einzelnen Fotos von Sprechern. Auf der Booklet-Rückseite sind Angaben zum Autor Rolf Schneider abgedruckt.
 
 
Resümee:
 
Dieses Hörspiel widmet sich einem realen Kriminalfall aus dem Jahre 1768 und gibt dem Hörer einen spannenden Einblick in Mord Intrigen und kirchliche Ränkespiele bezüglich der Ordensgesellschaft der Jesuiten.
Als Johann Joachim Winckelmann ermordet aufgefunden wird, werden schnell Ermittlungen angestrengt, die jedoch erst richtig in Fahrt kommen, als ein Mann einen Gegenstand aus dem Besitz Winckelmanns zum Verkauf anbietet. Zunächst verstrickt sich der Verkäufer in einem Geflecht von Lügen, doch unter dem Druck der Verhöre beginnt er mehr und mehr preis zu geben, ohne wirklich die ganze Wahrheit zu offenbaren.
Am Ende behält die Verurteilung des mutmaßlichen Täters ohne weitere Ermittlungen zu den Hintergründen einen üblen Beigeschmack.
 
Ein spannendes und gut inszeniertes historisches Krimi-Hörspiel!
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