Die obere Koje Hot

Nico Steckelberg   26. Juli 2009  
Die obere Koje

Rückentext

Was hat es auf sich mit der oberen Koje in Kabine 105 des Passagierdampfers Kamtschatka? Niemand der Besatzung scheint begeistert davon, dass Passagiere für diese Kabine gebucht haben. Nach der ersten Nacht an Bord, wird selbst dem See-erprobten Reisenden auch klar, warum... Crawfords Erzählung gilt als eines der Top-Werke englischer Geistergeschichten und ist ein Referenzwerk für Geistererscheinungen auf hoher See.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
6,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
6,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
6,8

Die 34. Episode des Titania-Gruselkabinetts entführt den Hörer auf die offene See. Konkret: An Bord des Passagierdampfers Kamtschatka. Aldous Brisbane hat eine Überfahrt gebucht, doch egal wen er anspricht: Jeder aus der Besatzung hält erschrocken die Luft an, wenn er sagt, in welcher Kabine er zu übernachten gedenkt. Denn in dieser Kabine – so findet Brisbane heraus – spukt es angeblich, und bereits einige frühere Passagiere haben in dieser Kabine ihr Unheil gefunden. Und tatsächlich: Schon in seiner ersten Nacht an Bord öffnet sich das Bullauge seiner Kabine wie von Geisterhand.

„Die obere Koje“ von Francis Marion Crawford ist eine ganz klassische Grusel-Story, die vor allem durch das Setting anders ist als andere Romane dieses Genres. Die Atmosphäre wird durch das maritime Thema gestärkt, und es mal eine Abwechslung, dass die Gespenster nicht immer nur in alten Gemäuern ihr Unwesen treiben.

Soundtrack und Geräusche sind weitest gehend gut, allerdings sind mir viele der Musikeinspielungen zu „lieb“ für den beängstigenden Stoff. Es hätte hier und da gern etwas böser, düsterer sein dürfen. Dadurch kommt die ohnehin räumlich recht eingeengte Folge wenig in Fahrt. Der Konflikt liegt auf der Hand: Die Geschichte setzt auf Atmosphäre, die einfach stärker hätte untermalt werden können (ich stelle sie mal in den Vergleich zur hervorragend umgesetzten, bedrückenden Atmosphäre der Schiffsszenen in der Serie „Edgar Allan Poe“), die Umsetzung setzt hier hingegen eher auf die Dialoge und die „draufgängerischen“ Charaktereigenschaften des Hauptdarstellers.

Die Sprecher agieren angemessen für den schon „alten“ Stoff. Die Zeit der Jahrhundertwende (19. auf 20. Jahrhundert) wird sprachlich passend interpretiert, was stellenweise recht steif wirkt. Aber das liegt natürlich auch am Drehbuch, der in den Dialogen bewußt nicht modernisiert wurde.

Unterm Strich ist „Die obere Koje“ ein ganz befriedigendes Hörspiel der Gruselkabinett-Reihe, das wie bereits gesagt, durch seinen maritimen Ansatz besticht.

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