Das Haus der Seele Hot

Nico Steckelberg   01. August 2010  
Das Haus der Seele

Rückentext

Er lag unter herabgestürztem Schutt begraben. Regen drang durch das Loch im Dach. Und schwemmte das Blut von seiner Stirn. Das Tal hatte sich geöffnet! Die Schächte offenbarten vertikal abfallende Tunnelwände, in deren Flanken hunderte von Grabmälern eingelassen waren. Der Fahle Ort strebte seiner Erfüllung entgegen. Jangal Mandir ertrank im Tosen des Monsuns.

Die Zerstörungskraft von tausend Sonnen, gebündelt in einem menschlichen Herz. Umgeben von der Allgegenwart des Alten Feindes. Gabriel erhob sich unter den Seinen. Er war frei.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
10,0
Aufmachung 
 
8,0
Gesamtwertung 
 
9,2

Hier ist er also, der zweite Teil der Doppelfolge „Ich weiß, was Angst ist / Das Haus der Seele“. Der erste Teil hat mich restlos begeistert mit seiner Mischung aus morbidem Grusel und stimmungsvoll düsterer Horror-Atmosphäre. Der zweite Teil ist auch sehr gut, aber begeistert nicht ganz so stark wie der erste.

Auch hier stimmen alle Elemente der Produktion: Die Sprecher sind hervorragend, der Soundtrack kommt in bester Hollywood-Qualität, die Geräusche klingen echt und lassen den Hörer das Geschehen miterleben.

Die Story und ihr Spannungsbogen sind jedoch nicht so gleichmäßig wie im ersten Teil der Doppelfolge. Wirkliche Hänger gibt es jedoch nicht. Und wer Burns kennt, der weiß auch, dass die Anzahl der atmosphärischen Szenen mindestens mit der Anzahl der handlungsgesteuerten Szenen gleichzieht. Und genau das macht für mich einen der Kernreize der Serie aus.

Besonderheiten diesmal: Ernst Meincke alias Mr. Bakerman hat eine sehr gruselige Szene in dieser Folge. Und Jürgen Kluckerts Erzähler wird diesmal in die Dialoge mit eingebunden. Ein höchst interessanter Effekt. Die Idee ist zwar nicht neu, wurde bislang aber eher im Comedy-Sinn verwendet (z. B. bei „Die Ferienbande“). In diesem sehr ernsten Zusammenhang ist die Umsetzung angenehm verstörend und überraschend für den Hörer und wirkt innovativ, obwohl man es an anderer Stelle schon einmal hören konnte.

Dem Decision-Autorenteam Andreas Gloge und Volker Sassenberg ist einmal mehr ein hervorragendes Hörspiel gelungen, das vor allem durch seine wuchtigen Effekte, einen State of the Art-Soundtrack, die grandiosen Sprecher und die zum Schneiden dichte Atmosphäre überzeugt.

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