Das perfekte Geheimnis

Das perfekte Geheimnis Hot

Nico Steckelberg   14. Dezember 2019  
Das perfekte Geheimnis

Rückentext

Drei Frauen. Vier Männer. Sieben Telefone. Und die Frage: wie gut kennen wir unsere Liebsten wirklich? Bei einem Abendessen wird über Ehrlichkeit diskutiert. Spontan entschließen sich die Freunde zu einem Spiel: Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch und alles, was ankommt, wird geteilt, Nachrichten werden vorgelesen, Telefonate mitgehört. Was als harmloser Spaß beginnt, artet bald in einem großen Durcheinander aus - voller Überraschungen, Wendungen und Offenbarungen. Denn in dem scheinbar perfekten Freundeskreis gibt es mehr delikate Geheimnisse, als man am Anfang des Abends annehmen konnte.

In seinem neuen Kinofilm zeigt Autor und Regisseur Bora Dagtekin, dass gute Freunde wenig voneinander wissen, ihre Mobiltelefone dafür umso mehr. Er lässt einen Abend unter Freunden eskalieren und bringt dafür ein einmaliges Star-Ensemble an einen Tisch: Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Jella Haase, Wotan Wilke Möhring, Jessica Schwarz und Frederick Lau. 

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,2

Zu lügen ist ja eigentlich gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Man ist schon ein ziemlich geiler Typ oder Typin, wenn man es nur nachhaltig genug schafft, jedermann zu hintergehen. Gern und insbesondere auch den eigenen Partner oder Partnerin.
So ungefähr könnte das Fazit von „Das perfekte Geheimnis“ lauten, dem aktuellen Film von Bora Dağtekin mit dem kleinen Allstars-Ensemble deutscher Spieler. 

Es ist die Geschichte eines Pärchen-Abends und seiner Folgen. Die Idee: Legen wir einfach alle unsere Handys auf den Tisch. Alle Nachrichten und Anrufe, die reinkommen, werden vor allen anderen laut vorgelesen oder beantwortet. Da gibt es kein Entkommen. Wer auch immer ein Geheimnis hat – hier wird es gelüftet! Oder doch nicht?  

Die Hörspielfassung verwendet die Tonspur des Kinofilms, dabei geht leider etwas von der unangenehmen Fremdschäm-Atmosphäre verloren, die durch die Mimik der Schauspieler entsteht. 

Moralisch ist dieses Hörspiel – eben weil es 1:1 dem Film folgt – nicht mehr grenzwertig, sondern unter aller Sau. Werte werden mit Füßen getreten, Probleme mit Gewalt und Druck gelöst. Frauen und Männer gleichermaßen stereotyp dargestellt. Tiefgang geht anders.

Und doch hat die Geschichte eine gewisse Situationskomik und funktioniert hervorragend auch als Bühnenstück. Wenn man genau das erwartet, wird man auch nicht enttäuscht.

Als Erzähler fungiert Volker Hanisch.
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