Tunnel Hot

Nico Steckelberg   31. Oktober 2010  
Tunnel

Hörbuch

Untertitel
oder Der Tag, als Mutter von mir ging
Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
4
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Rückentext

Der Einstieg in den Roman beginnt am Ende der Handlung, wo dem Erzähler nur noch ein Ausweg bleibt. Er befindet sich in einem Eisenbahntunnel, im Begriff sich umzubringen und der Welt seine Aufzeichnungen zu hinterlassen, die Aufklärung verschaffen sollen. Aber Aufklärung worüber?

Wir landen in den Kindheitserinnerungen des Erzählers, die auf eine Erklärung hinauslaufen, warum er zum Misanthropen, zum Mörder, zur Bestie, ja sogar zum Völkermörder wird.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
6,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
8,3

Hier ist nun also der vierte Teil von Andreas Fröhlichs eigener Hörbuch-Edition „Handverlesen“.

Diesmal hat Fröhlich den Roman „Tunnel oder Der Tag, als Mutter von mir ging“ des französischen Schriftstellers Fréderic Klein auserwählt. Es ist die Geschichte eines wundersamen Einzelgängers, eines Kauzes sonder gleichen. Seine Erzählungen arten übergangslos in Phantasien aus – von teilweise extrem gewalttätiger Ausprägung. Anders als bei den bisherigen drei Hörbüchern aus Fröhlichs Edition merkt man hier den Mangel einer konkreteren Storyentwicklung. Alles dümpelt ein wenig vor sich hin und man hat über einige Strecken hinweg den Eindruck, dass das alles zu nichts führt. Das abrupte, polarisierende Ende unterstreicht dies umso stärker.

Dennoch ist „Tunnel“ ein gutes Hörbuch, weil es sich aus der Masse der Produktionen heraushebt. Es ist schräg, streckenweise extrem. Und es lebt von seinem Interpreten. Als Buch gefiele mir „Tunnel“ vermutlich nicht einmal halb so gut wie in der ungekürzten Lesung von Andreas Fröhlich.

Fazit: Die Erlend-Loe-Hörbücher der Edition Handverlesen haben mir besser gefallen. Aber „Tunnel“ ist auf jeden Fall etwas Besonderes.

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