Ein Festtag Hot

Christine Rubel   28. Juni 2017  
Ein Festtag

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
3
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Rückentext

England, 1924: Jane und Paul sind seit Jahren ein Liebespaar, aber im Verborgenen. Denn Paul kommt aus gutem Hause und Jane ist das Dienstmädchen vom Nachbaranwesen. An einem sonnigen Märzsonntag kommt es zu einem letzten Rendezvous. Schon bald wird Paul eine andere heiraten. Es ist Muttertag, Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen und sie sind allein. Erstmals darf Jane das Gebäude durch das Hauptportal betreten, darf ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer lehnen. Jane ahnt noch nicht, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht. Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt von dem Tag, ab dem alle Grenzen bedeutungslos wurden. 

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
5,0
Atmosphäre 
 
5,0
Sprecher 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
6,3

Es gibt wunderschöne Liebesgeschichten. Autoren, die die Gesellschaft Anfang der Zwanziger Jahre treffend beschreiben, die Tragik lesenswert machen. Bei einem Booker-Preisträger kann man ja auch nichts falsch machen. Dachte ich. Und habe diese Geschichte gehört. Die Inhaltsangabe erübrigt sich. Es steht fast alles auf der Rückseite. Graham Swift schreibt wie jemand, der unzählige Kreise auf ein Blatt Papier kritzelt. Klingt merkwürdig, aber würde man alles, was er wiederholt, immer und immer wieder, herauskürzen, ergäbe es eine Kurzgeschichte. Sehr kurz. Diese Schreibweise spiegelt die Gedankenwelt von Jane, dem Dienstmädchen wieder. Sie erinnert sich mit 90 Jahren noch immer an den Tag, als sie zur Vordertür ging, um ein letztes Mal mit ihrem Geliebten zu schlafen. Es war der Tag, an dem sie aus ihrer Welt schlüpfte, um mit allen Konventionen zu brechen und ihren eigenen Weg zu gehen. Ein bedeutungsvoller Tag. So viel ist klar. Nur – man braucht eine gute Portion Geduld für dieses Hörbuch. Das liegt nicht an Iris Berben, sie hat es für mich erträglich gemacht. Aber es passiert fast nichts. Zumindest nicht vordergründig. Im Hintergrund schon. Aber die ständigen Wiederholungen haben mich sehr genervt und mir die Geschichte verleidet. Booker hin oder her. Wer andere Bücher dieses Autors schätzt, wird dieses wohl auch mögen. Mich hat es immerhin nicht kalt gelassen und das ist das Beste, was ich davon sagen kann.

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