Sunset Park Hot

Nico Steckelberg   04. September 2012  
Sunset Park

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
6

Rückentext

Seit dem Tod seines Stiefbruders quälen Miles Heller Schuldgefühle, den Kontakt zu seiner New Yorker Familie hat er abgebrochen. In Florida gestrandet, fotografiert er wie besessen in der Wirtschaftskrise zwangsgeräumte Häuser. Als er wegen einer pikanten Liebschaft in Schwierigkeiten gerät, holt ihn sein Freund Bing zurück nach Brooklyn. Dort, in der heruntergekommenen Siedlung Sunset Park, trifft er auf andere strauchelnde Menschen und lernt, seinen Dämonen ins Auge zu sehen. Ein überwältigender Roman über Liebe, Vergebung und die Suche nach Heimat in einer Zeit bedrohlicher Krisen und Veränderungen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
8,0

Die Idee von Paul Austers neuem Roman „Sunset Park“ ist, dass sich eine ungleiche Wohngemeinschaft als „stille Hausbesetzer“ ein kleines gemeinsames Leben aufbaut. Und so unterschiedlich die Charaktere und Motive zu diesem Vorhaben auch sind, so erfolgreich läuft es am Anfang. Sie verhalten sich wie normale Mieter, renovieren das Haus, bringen ihre Habseligkeiten mit, so dass in der Nachbarschaft nichts auffällt.

Dies alles geschieht auf der Sachebene des Buches. Aber das ist nur der notwendige rote Faden, um das Myzel aus komplexen Beziehungsgeflechten und Erinnerungen darunter in logischen und chronologischen Bahnen zu lenken. Denn darum geht es hier wirklich: Um Beziehungen, Gedanken und Erinnerungen. Egal wie intim diese auch sind, der Hörer darf Voyeur sein im Kopf der Protagonisten. Unverblümt, direkt, sexy.

Ich gebe zu, mir fehlt ein gewisses Maß an Aktion in diesem Roman. Denn allein durch Beziehungsbeschreibungen und Gedächtnis-Episoden erzählt sich noch keine vollständige Geschichte. Selbst dann nicht, wenn diese höchst authentisch und überaus interessant sind.

Burghart Klaussner liest das Hörbuch ganz hervorragend. Er hat stets das richtige Tempo und nimmt es immer dann heraus, wenn es sein muss. Besser kann man einen Auster wohl nicht lesen.

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